Wie ein Lauffeuer verbreitete sich am Freitag die Nachricht vom Tode des Franziskanerpaters Paul Hebel. Wie die Polizeiinspektion Lichtenfels auf Anfrage mitteilte, starb Paul Hebel im Alter von 57 Jahren eines natürlichen Todes. Dies habe der Notarzt bescheinigt.
Pater Hebel wurde - auf dem Sofa sitzend - tot in seiner Wohnung gefunden, nachdem die Feuerwehr auf Anordnung der Polizei die Wohnungstür aufgebrochen hatte. Der Tod dürfte in den frühen Morgenstunden eingetreten sein. Hebel muss wohl noch versucht haben, ein Telefonat zu führen.

Klinikbehandlung geplant

Der Pfarrer wollte sich, wie bekannt wurde, wegen einer Erkrankung am Freitag ins Krankenhaus begeben und nicht selbst mit dem Auto dorthin fahren. Jemand sollte ihn abholen, doch den dafür vereinbarten Termin hielt Hebel nicht ein, auch auf Klingeln rührte sich im Pfarrhaus nichts. Auch der hinzugerufene Kirchenpfleger vermochte die Tür nicht zu öffnen, da von innen der Schlüssel steckte. Man musste Hilfe holen, um hinein zu gelangen. Hilfe für den in seinen Gemeinden äußerst beliebten Geistlichen gab es nicht mehr. Die Nachricht von seinem völlig unerwarteten Tod wurde mit großer Betroffenheit aufgenommen.

Wie Harry Luck, Pressesprecher des Erzbischöflichen Ordinariats Bamberg erklärte, sei Erzbischof Ludwig Schick persönlich berührt und sehr betroffen vom Tode Pater Paul Hebels.
Pater Hebel war seit 1997 treu sorgender Hirte als Pfarradministrator für Burgkunstadt und Kirchlein. 1998 wurde er Präses der Katholischen Arbeiterbewegung (KAB) Burgkunstadt. Zusätzlich war Pater Hebel seit 2007 Pfarradministrator des Pfarrdorfs Mainroth.
Geboren am 9. Oktober 1956 im polnischen Prudnik bei Danzig, empfing Paul Hebel seine Priesterweihe am 7. April 1982 in Neustadt (Polen). Nach einer ersten Station im österreichischen Bludenz leistete Hebel ab 1995 seelsorgliche Mithilfe in Nürnberg St. Ludwig, wo er auch Präses der katholischen Arbeiterbewegung wurde. 1996 wurde Hebel als Wallfahrtsseelsorger in Vierzehnheiligen aktiv.

Ab 1997 wirkte er in Burgkunstadt, wo er 2007 das Jubiläum "25 Jahre Priester" feierte. Damals attestierte ihm Maximilian Wagner, Pater Provinzial der Bayerischen Franziskanerprovinz, dass Paul Hebel es sich in all seinen Priesterjahren zum Programm gemacht habe, den Menschen zu einem würdigen Dasein zu verhelfen.
Für Pfarrer Pater Paul Hebel findet am Samstag, 11. Januar, ab 18 Uhr, ein Verstorbenen-Rosenkranz in der Pfarrkirche St. Michael in Mainroth statt. Die angekündigte Beichtgelegenheit entfällt. Erzbischof Ludwig Schick, der mit der Kirchengemeinde trauert, übernimmt die Vorabendmesse am Samstag ab 18.30 Uhr in Burgkunstadt. Den Sonntagsgottesdienst ab 10 Uhr wird Domvikar Schieber halten.
Wie Kirchenpfleger Michael Fraunholz wissen ließ, sei auch ein Abgesandter des Franziskaner-Ordens aus Danzig auf dem Weg nach Burgkunstadt.