Quietschende Reifen, lautes Gebrüll, zugeparkte Straßen und Scherben auf den Straßen. Die Bewohner der Strössendorfer Straße in Altenkunstadt sind genervt. Kürzlich beschwerte sich eine Anwohnerin per Brief bei der Gemeinde über Jugendliche, die nach dem Besuch der Szenekneipe Nepomuk lautstark zum Auto zurückkehren. Zudem seien donnerstags, wenn die Feierlaune der Besucher besonders groß ist, die Theodor-Heuss- und die Strössendorfer Straße völlig zugeparkt. Auch andere Nebenstraßen seien davon betroffen.

Der Gemeindeverwaltung ist das Problem bekannt. Bürgermeister Robert Hümmer (CSU) hofft auf eine baldige Besserung der Situation: "Der Nepomuk-Besitzer hat neue Parkplätze geschaffen, die bislang schlecht ausgeschildert sind." Seine Lösung für das Problem: Mit Schildern auf die Parkflächen aufmerksam machen.

Der Besitzer des Nepomuk, Norbert Freitag, ist sich bewusst darüber, dass die Sache damit nicht vom Tisch ist: "Ich wollte Schilder anbringen, wenn der Parkplatz offiziell genehmigt ist. Aber auch ohne Schild ist der Parkplatz voll."


Mehr Parkplätze als gefordert

Auf drei Parkflächen, die neben und gegenüber dem Nepomuk liegen, stehen etwa 180 Parkbuchten zur Verfügung. Das Vierfache von dem, was die Gemeinde vertraglich von ihm erwartet. Allein der größte Parkplatz mit 110 Buchten, der gekauft und aufgewertet wurde, kostete den Kneipenbesitzer etwa 200 000 Euro. Die Zahl der im Vertrag geforderten Parkplätze - pro zehn Quadratmeter muss ein Parkplatz zur Verfügung gestellt werden - übertrifft er damit bei weitem.

Sollte mit der Beschilderung keine Verbesserung eintreten, müssten Gespräche mit Vertretern des Baur-Versands, die über eine große Parkfläche an der Problemstraße verfügen, nachgedacht werden, sagt Bürgermeister Robert Hümmer. Derzeit hält eine Schranke an der Einfahrt die Parkbuchten für Besucher verschlossen. "Wir stellen den Parkplatz sehr gerne zur Verfügung. Die Sauberkeit und Sicherheit muss jedoch gewährleistet sein", erklärt Manfred Gawlas von der Unternehmenskommunikation der Firma Baur. Bislang haben aber weder die Stadt noch der Betreiber Kontakt aufgenommen.


Weg vom Baur-Parkplatz

Norbert Freitag hatte diesen Parkplatz bereits vor drei Jahren gemietet. Weil damals aber Beschwerden über den Lärm der An- und Abfahrenden eingingen, verlegte er die Parkflächen neben das Nepomuk. Damit sollten zwei Dinge erreicht werden: Die Anwohner erhalten mehr Ruhe und der Kneipenbesitzer kann von seinem Hausrecht Gebrauch machen. Denn: Anders als beim Baur-Parkplatz besitzt er einen Teil der Parkflächen und kann dadurch störende Gäste des Platzes verweisen.

Die dritte Möglichkeit, sagt Robert Hümmer, wäre die Einführung eines Parkverbots auf der Strössendorfer Straße. Dies sei aber der letzte Ausweg, falls die ersten beiden Möglichkeiten erfolglos bleiben.


Donnerstags ist viel Betrieb

Die Klagen der Anwohner kann der Bürgermeister nicht ganz nachvollziehen: "Ich finde, man hätte zuerst mit dem Betreiber sprechen können. Manche verkraften die Situation, manche eben nicht." Das findet auch Norbert Freitag: "Ich mache mehr als gefordert wird. Ich kann nicht für alle Eventualitäten Parkplätze zur Verfügung stellen." Gemeint sind besondere Tage wie Vatertag und Halloween - an Tagen wie diesen kommen schon mal 800 Besucher. Bis auf den Donnerstag, an dem immer mehr los ist, kommen meist um die 100 Gäste pro Tag. Dann steht ein Großteil der gekauften Parkfläche leer.