Ein echter Oldtimerfan lässt sich auch durch Regen nicht abschrecken - das zeigte am Sonntag das Oldtimertreffen im Land der Nüsse. Immerhin kamen trotz teilweise heftigen Regens über 130 Fahrzeuge nach Uetzing auf den Festplatz von Helmut Hertel hinter der Bäckerei Schauer: Lanz, Bulldogs, Eicher, Deutz, Fendt. Normag, Bautz, Krämer - ein kunterbuntes Bild mit historischen Prachtstücken aus der Landwirtschaft.
Dominik und Stephan Wachter als das Duo "Heimatluft - Musi in Lederhosen" unterhielt die Oldtimerfreunde auf dem Akkordeon. Die Liebhaber der alten Fahrzeuge präsentieren nicht nur Traktoren, sondern auch Auto-Veteranen und einige Motorräder. Sarah Dorsch aus Anger bei Obersdorf zeigte voller Stolz ihr Golf Cabrio Baujahr 1970. Ihr Opa Baptist fuhr das Cabrio bis vor zehn Jahre noch selbst, danach wollte er es verschrotten.
Doch ihr Papa Andreas ließ das nicht zu.

250 Stunden restauriert

In liebevoller Kleinstarbeit, etwa 250 Stunden, wurde es restauriert, sagt die 18-jährige Besitzerin. Das Dach und die Sitze sowie die Alufelgen sind noch im Originalzustand, mussten aber stundenlang gereinigt werden. Seit letzten Donnerstag nach der Tüv-Prüfung besitzt Sarahs "Liebling" jetzt ein "H"-Kennzeichen. Ohne technische Mängel erfolgte die Abnahme, fügt ihr Vater Andreas hinzu.
Zuvor mussten nur geringe Schweißarbeiten an den Radkästen hinten durchgeführt werden sowie die beiden Kotflügel vorne erneuert werden. Das 70 PS starke Cabrio verfügt schon über ein sogenanntes 4+E Getriebe sowie teilweise Lederausstattung.
Die Oldtimerfreunde Uetzing-Oberlangheim-Lahm und ihr Vorsitzender Jürgen Weis zeigen ihre eigenen Fahrzeuge. Zudem sind auch viele befreundete Sammler aus Bad Staffelstein, Reundorf, Schney, Kösten, Schönbrunn, Hochstadt, Michelau, Mistelfeld sowie aus dem Landkreis Bamberg ins "Land der Nüsse" gekommen.
Die Oldtimer müssen nicht immer restauriert sein, auch Fahrzeuge im Originalzustand, denen der Betrachter ihren jahrzehntelangen Einsatz auf dem Bauernhof ansieht, haben ihren Reiz. Viele setzen ihre Schlepper auch heute noch bei Wald- oder Feldarbeit ein. Und wenn sie schon viel Energie in der Wiederherrichtung oder das Sammeln von über 30 Jahre alten Veteranen stecken, dann wollen sie ihre Sammelstücke auch ab und an präsentieren.
Das Treffen war eine gute Gelegenheit dafür, es gab Fachsimpelei und Geselligkeit. Mit der Ruhe war es um 13 Uhr vorbei, als die Raritäten schnaufend, ratternd und qualmend zur Ausfahrt von Uetzing nach Loffeld und Horsdorf sowie auf dem Rückweg durch Stublang zurück zum Festgelände aufbrachen. In Loffeld wurden die Oldtimerfreunde von einem heftigen Regenguss überrascht, was zur einer kurzen Pause führte.
Der Oldtimerzug wurde von Walter Mackert auf einem Eicher geführt, gefolgt von Thomas Wudy mit Gästen des HPZ-Wohnheims "Sankt Michael" Lichtenfels. Bei einer eindrucksvollen Parade zeigten die Liebhaber der alten Fahrzeuge ihre schönsten Stücke in Aktion. Völlig durchnässt kamen die Oldtimerfans wieder auf dem Festgelände an.