Der auf Restaurierungsprojekte spezialisierte Orgelbaumeister Andreas Hemmerlein war mit seinen Mitarbeitern viele Stunden damit beschäftigt, diese große Aufgabe zu bewältigen. Dennoch: Es wird noch bis zur Einweihung am 28. September durch Erzbischof Ludwig Schick dauern, bis auf dieser „ Königin der Instrumente “ zum Gottesdienst gespielt werden darf.
Bemerkenswert ist, dass die Orgel der Filialkirche 39 Jahre älter ist als die Filialkirche selbst und schon eine bewegte Geschichte hinter sich hatte, als sie als gebrauchtes Instrument in die Oberlangheimer Kirche gelangte. Ursprünglich stammt die Oberlangheimer Orgel aus der katholischen Kirche in Vagen bei Aibling ( Oberbayern). Dort wurde sie 1870 durch den Orgelbauer Josef Wurzer als neues Werk geschaffen. Aus einer 1889 gedruckten Dorfchronik über Vagen geht hervor, dass bereits 1886 durch den Orgelbauer Franz Frosch ein Umbau vorgenommen wurde, bei dem „die Orgel selbst nach rückwärts versetzt und um ein Register verstärkt“ wurde. Wegen der Anschaffung einer größeren Orgel wurde diese dort 1909 verkauft. Die Kirchenverwaltung Vagen verlangte für die Überlassung der Orgel 400 Mark. Durch Korrespondenz mit dem Orgelbauermeister August Behler in München ergab sich, dass die umgebaute Wurzer-Orgel für die Kapelle in Oberlangheim vollständig geeignet sei. Nach weiteren Verhandlungen wurde die Orgel um den Preis von 380 Mark erstanden und in der Oberlangheimer Kirche aufgestellt.
Am vergangenen Freitag wurde nun das „ Schmuckstück “ von Domorganist Markus Willinger aus Bamberg eingehend geprüft und schließlich mit großem Lob abgenommen. Nach der grundlegenden Restaurierung und Neuaufstellung der historischen Orgel war Willinger von den klanglichen Möglichkeiten und der rekonstruierten Prospektfront sichtlich angetan. Dabei betonte er, dass dies die einzige, richtige und auch mögliche Lösung sei. Die „alte Orgel“ war unzugänglich, statisch nicht in Ordnung und alle Teile in ruinösem Zustand. gkle


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