Freundlicher Eingangsbereich, gepflegte Zimmer, ein geräumiger, heller Früstücksraum: Das City-Hotel mitten in der Lichtenfelser Innenstadt war für 20 Jahre eine gutbürgerliche Unterkunft für Touristen und Durchreisende. Ob die künftigen Bewohner nur auf der Durchreise oder längerfristig in Deutschland bleiben dürfen, werden die nächsten Monate zeigen. Ab Montag beziehen nach und nach bis zu 50 Asylbewerber die insgesamt 23 Zimmer des ehemaligen Hotels.

Aus gesundheitlichen Gründen mussten die Hausbesitzer Walfried und Annette Ostrecha den Hotelbetrieb vor einigen Wochen einstellen. Da sich im vergangenen Herbst kein passender Käufer für das historische Gebäude finden konnte, wurde im Bauausschuss im November über eine Nutzungsänderung entschieden. Der Mietvertrag für diese Art von Nutzung läuft vorerst für fünf Jahre.
Seit Januar wird das ehemalige Hotelgebäude renoviert und an die Bedürfnisse der Asylbewerber angepasst. Das historische Gebäude ist insgesamt die 26. Gemeinschaftsunterkunft in Oberfranken.

In einer Presserunde am gestrigen Donnerstag stellten Oliver Hempfling als Pressesprecher der Regierung von Oberfranken und Hausverwalter Erich Busch die teils renovierten Räumlichkeiten vor. Hempfling erklärte, dass sich die einzelnen Hotelzimmer und der Frühstücksraum in einem sehr guten Zustand befinden und sich deshalb der Aufwand des Umbaus in Grenzen hielt.

Drei neue Gemeinschaftsküchen
Komplett neu wurden drei Gemeinschaftsküchen errichtet, die sich auf die einzelnen Stockwerke verteilen. Um absolute Sicherheit zu garantieren, sind die Herdplatten mit speziellen Zeitschaltern ausgerüstet worden. Erst wenn man diese drückt, lässt sich der Herd für acht Minuten einschalten und muss dann wieder neu betätigt werden. "Manche Asylbewerber denken, dass ein Herd ewig braucht um warm zu werden und gehen schon mal bei angeschalteten Herd eine halbe Stunde aus der Küche", sagte Busch. Der Hausverwalter aus Hochstadt a. Main ist ab nächster Woche quasi "Mädchen für alles".

Neben Verwaltungsaufgaben und technischen Reparaturen, bezeichnet sich Busch selbst als "ersten Integrationsbeauftragten". Verständigt werden soll sich größtenteils auf Englisch. Nach den bisherigen Erfahrungen von Busch mit Asylbewerbern funktioniere dies auch ohne Probleme. Das dürfte insbesondere auf die aktuell noch 29 Bewohner der Gemeinschaftsunterkunft auf dem Schlossberg zutreffen. Hempfling ließ verlautbaren, dass 20 von ihnen bereits zur nächsten Woche in die neue Gemeinschaftsunterkunft am Bahnhof umziehen werden.

Die restlichen neun Asylbewerber folgen dann in den nächsten Monaten. Spätestens im August werden alle umgezogen sein und die alte Gemeinschaftsunterkunft wird schließen, so Hempfling. Neue Bewohner werden der Unterkunft am Bahnhof in Kürze von der Zentralen Aufnahmeeinrichtung in Zirndorf zugewiesen. Der genaue Zeitpunkt der Anreise und die Herkunft der Flüchtlinge ist noch unbekannt