Der Nepomuk wird weiter seine Geschichte erzählen. Er ist ein alter Mann, dem es wieder gut geht und dem man die Zeit ansehen darf, die er vor dem Rathaus verbracht hat. Also sieht die Figur einfach nur etwas aufgefrischt aus - so soll es ja auch sein, sagt Restaurator Clemens Muth aus Unterneuses. Auf etwa Mitte des 18. Jahrhunderts datiert er die Entstehungszeit der Statue, die sich einst einmal ganz anders gezeigt haben muss. "Der Nepomuk war früher farbig gefasst." Das schließt er aus Resten, auf die er bei der Sanierung gestoßen ist. Es sei eine monochrome Farbgebung gewesen. "Das kann ein Farbton zwischen Weiß und hellem Oker gewesen sein."
Sollte man dann nicht der Figur ihre alte Farbe zurückgeben? "Nein, davon nimmt man Abstand, weil die Oberfläche zurückgewittert ist."
Dafür hat der Nepomuk nun wieder eine vollständige rechte Hand. Der abgebrochene Zeigefinger wurde ergänzt, gebrochene Stellen geflickt. "Besonders umfangreich fielen die Fugenarbeiten aus", sagt Muth. Im Laufe der Zeit habe sich doch recht viel Material gelöst, sei nach der Reinigung zu erkennen gewesen.
Dabei habe man auch die Statik der Figur überprüft. "Wir trafen an der Oberfläche auf sehr weiche Mörtelplomben, die sich tiefer aber als fest genug herausstellten." Für die Prüfung habe man unter anderem auch Stadtbaumeister Andreas Ender hinzu gezogen.
Besondere Aufmerksamkeit haben man auch dem Sockel gewidmet: "Der besteht aus unterschiedlichen Sandstein-Materialien, von gräulich bis oker ist die Farbgebung." Eine Lasur sorgt nun dafür, dass die Unterschiede nicht mehr so sichtbar sind. "Der Erhaltungszustand der Staue ist sehr gut gewesen. Man kann noch alles erkennen, die Figur wirkt sehr ausdrucksstark."
Überraschungen habe es bei der Arbeit nach der Bestandsaufnahme vor dem Start, der etwa sechs Wochen zurückliegt, nicht gegeben. Etwa zehn bis 15 Prozent der Fläche hätten verfestigt werden müssen, das sei nicht einmal sehr viel gewesen.

Plane zum Schutz der Figur


Nicht nur deshalb fanden die Sanierungsarbeiten unter einer Plane statt. "Die Leute denken manchmal, wir machen das zu unserem Schutz und Wohlbefinden." Aber wenn der Stein verfestigt wird, muss sich drei Wochen lang unter eine Schutzfolie Kieselsäure bilden. Das sollte möglichst frei von Witterungseinflüssen geschehen. "Dann bekommen wir oft zu hören, ihr macht ja gar nichts", lacht Muth.
An den Arbeiten war auch Thomas Würker, ein Restaurator aus Bad Staffelstein, beteiligt. Dazu halben auch noch zwei Kinder von Clemens Muth mit: Lucian (19), der zurzeit Steinmetz in der Dombauhütte in Passau lernt, sowie seine Tochter Clara (15), die noch das Meranier-Gymnasium in Lichtenfels besucht.
Die Arbeiten wurden - wie geplant - kurz vor der Feier zur Badanerkennung in Bad Staffelstein fertig - und vor dem Wintereinbruch. In der kommenden Woche wird Clemens Muth weiter den Zwinger in Dresden restaurieren. "Ich denke, dann ist die Saison dort aber beendet und es geht im nächsten Jahr weiter." Etwas länger kann er aber noch an der Stiftsrelief der Klosterkirche in Ebrach arbeiten. Dort ist eine Heizung vorhanden, die Arbeiten auch mit chemischen Mitteln am Stein weiterhin ermöglicht.