Bereits im vergangenen Jahr hatte es der Storchennachwuchs in Hochstadt nicht leicht. Nach dem plötzlichen Tod des Muttertieres mussten die beiden letztjährigen Jungen völlig unterkühlt aus dem Nest gerettet und in den Zoo nach Nürnberg gebracht werden. Auch in diesem Jahr war das "Familienglück" auf dem Dach der Bezirksklink nicht von allzu langer Dauer. Dem Umstand dass das Hochstadter Storchenpaar erst relativ spät mit der Brut begann, ist es wohl zu verdanken, dass die beiden diesjährigen Jungtiere im Gegensatz zu vielen ihrer Artgenossen prächtig gediehen sind.
"Ein herber Rückschlag kam aber vor etwa fünf Wochen", so der Vorsitzende des LBV-Ortsverbandes, Gerd Glätzer. Seitdem sei das männliche Elterntier nämlich nicht mehr aufgetaucht. Über dessen Verbleib ist jedoch leider nichts bekannt.
Es sei aber überaus erfreulich, dass das Weibchen die beiden Jungen alleine durchgebracht hat und ihnen somit sehr viel Glück im Unglück widerfahren ist. Die beiden Jungen stehen nun kurz vor ihrem ersten Ausflug und müssen wohl nicht mehr all zulange von ihrer Mutter gefüttert werden.
Laut Dieter Franz, Zweiter Vorsitzender der LBV-Ortsgruppe, sind die Hochstadter Jungtiere auch der einzige Weißstorch-Bruterfolg im gesamten Landkreis Lichtenfels. Bayernweit seien im nasskalten Frühjahr 70 Prozent der Weißstorch-Jungtiere ums Leben gekommen. Nachdem die Ornithologen die Nummer auf dem Ring des tüchtigen Hochstadter Muttertiers, das seine Jungen trotzdem nicht aufgab, ablesen konnten, traten interessante Infos zutage: Sie kam am 5. Juni 2008 in Mailach (Mittelfranken) zur Welt. Bereits brütend - und dies sei doch recht ungewöhnlich für einen erst zweijährigen Weißstorch - wurde das Weibchen im Juni 2010 in Cunersdorf (Sachsen Anhalt) gesichtet.
Auch im Jahr darauf zog es das Tier wieder nach Sachsen Anhalt, diesmal nach Dessau.