Silvana Kraus reißt ihre Arme nach oben und lässt sich in den Sitzsack fallen. "Im Entspannungsraum fühle ich mich nach einem anstrengenden Vormittagsunterricht pudelwohl, ich kann Musik hören und in Büchern schmökern." Der Elfjährigen aus Trieb steht die Freude über den Erweiterungsbau ins Gesicht geschrieben, auch wenn sie einräumt: "Das Lernpensum an einer Ganztagesklasse ist ganz schön anstrengend."

Am Freitag wurde der vier Millionen Euro teure Anbau, in dem unter anderem die Ganztagesklassen und eine Mensa untergebracht sind, im Beisein zahlreicher Gäste der offiziellen Bestimmung übergeben. Die Bildungseinrichtung platzt seit Jahren aus allen Nähten. Im vergangenen Schuljahr war zudem auch noch die gebundene Ganztagesschule eingeführt worden. Zehn Klassen mussten in Containern untergebracht werden. Ihr Mittagessen nahmen die Ganztagesschüler in der Mensa des benachbarten Gymnasiums ein.
All das gehört mit Beginn des neuen Schuljahres der Vergangenheit an.

Von der Idee zur Verwirklichung

Der Wunsch nach einem Erweiterungsbau liegt bereits vier Jahre zurück. Schulleiter Rudolf Kodalle erinnerte in seiner Rede daran, dass er den damaligen Landrat Reinhard Leutner (CSU) auf das Problem angesprochen habe. "Auf Fränkisch murmelte er mir zu: Schreim's mer halt amoll an Brief." Der Brief folgte postwendend. Der Rektor erzählte, wie er darin dem Landrat vorgeschlagen habe, die nach dem Abriss der leerstehenden Kathi-Baur-Halle entstehende Baugrube kostensparend zu nutzen.

Sein Vorschlag fand Gehör. Nach eineinhalb Jahren Bauzeit blickte man am Freitag bei der symbolischen Schlüsselübergabe von Architekt Ulrich Brähler an Rektor Rudolf Kodalle auf das neue, schmucke Gebäude. Nicht nur die Ehrengäste, auch die Schüler waren voll des Lobes über den Erweiterungsbau.

Freude über attraktive Räume

Der Ministerialbeauftragte für die Realschulen in Oberfranken, Heinrich Hausknecht, sagte, ses sei wissenschaftlich nachgewiesen, dass in gut gepflegten, modernen und attraktiven Schulhäusern, die sowohl Lern- als auch Lebensraum sind, Vandalismus wesentlich seltener auftrete als in Gebäuden, die, vorsichtig ausgedrückt, verbraucht seien.

Landrat Christian Meißner (CSU), der den Erweiterungsbau als eine "runde Sache" würdigte, richtete den Blick auf weitere, bereits beschlossene und angedachte Bauprojekte, für die der Landkreis als Sachaufwandsträger zuständig ist. Die Generalsanierung der Obermainhalle samt Außensportanlagen für die Realschule und das benachbarte Gymnasium habe man bereits abgesegnet. "Diese Maßnahme wird uns ebenfalls rund vier Millionen Euro kosten", teilte der Redner mit. Zudem kündigte er an, die Sanierung des Gymnasiums nicht aus dem Auge zu verlieren.

Der evangelische Pfarrer Heinz Geyer und sein katholischer Amtsbruder Pater Paul Hebel stellten die neuen Räume unter den Schutz Gottes. Für musikalische Genüsse in der Aula der Realschule sorgten die Schulband und die ehemalige Absolventin Maria Groß.

Leckeres Essen in der Mensa

Kulinarische Genüsse wurden den Festgästen anschließend in der Mensa aufgetischt. Welche Gerichte sich die Ehrengäste schmecken ließen, wissen wir nicht. Dafür verriet Schülerin Silvana Kraus unserer Zeitung ihr Lieblingsmenü in der Realschulmensa: "Die kleinen Haxen, die es ab und an gibt, schmecken lecker."