Gut ein Jahr währten die Umbau-, Sanierungs- und Renovierungsmaßnahmen im katholischen Kindergarten. Nun steht den täglich 37 eintreffenden Kindern - nach den Worten von Pfarrer George Thottankara - etwas "Schönes, Gutes, Modernes und Sicheres" offen.

Mit dem Haus in der Max-Prell-Straße hat es etwas Besonderes auf sich: Der Kindergarten von heute war einstmals das Gemeindehaus von Seubelsdorf. Dort, wo ehedem ein Bürgermeister mit seinen Gemeinderäten tagte und Amtsgeschäfte vonstatten gingen, spielen nun schon seit Jahren Kinder. Jetzt wurde ihnen dafür durch den Umbau der Räume noch mehr Platz geschaffen - auf zwei Etagen. Für eine Krippengruppe (Kinder von ein bis drei Jahren) und eine Kindergartengruppe (für Drei- bis Sechsjährige) sind die Räumlichkeiten vorgesehen, die auf Grund ihres neuen Zuschnitts gewichtige Vorteile bieten. Vor allen Dingen auch darum, weil sich der Kindergarten nun auch in den ersten Stock des Hauses ausgebreitet hat.

"Das Platzangebot macht Angebote möglich", sagt Ines Heumann, Leiterin der Kindertagesstätte. Was sie damit meint, ist die nun verstärkt mögliche Einzelförderung von Kindern. Das gehe deshalb, weil Gruppen "jetzt leichter aufgeteilt werden können". Sehr stolz äußerte sie sich unter anderem über den neuen großen Krippenraum.
Doch die Baumaßnahmen, die sich um das Einziehen neuer Wände, eine neue Statik oder auch Lärmschutz bewegten, halten auch für das Personal Verbesserungen vor: "Die Arbeitsbedingungen wurden durch ein Personalbüro erleichtert", stellt Heumann fest. Die Kosten für die Umbauarbeiten im Kindergarten der Pfarrei "Heilige Familie", bei dem die Stadt Lichtenfels als Bauträger und Finanzier auftrat, sollen sich auf rund 200.000 Euro belaufen.


Riesen-Burger zur Einweihung



Weniger von nüchternen Zahlen, als von spielerischer Bewegung geprägt waren die Feierlichkeiten auf der Max-Prell-Straße. Im Beisein von Eltern, der Bürgermeisterin Bianca Fischer, Vertretern der städtischen Verwaltung und Stadträten wurde eine Andacht abgehalten, Kinder führten Tänze und Lieder auf. Das Vorhaben, einen Riesen-Hamburger von einem Meter Durchmesser zu brutzeln, wurde von Erfolg gekrönt.

Für das Rentner-Ehepaar Martin (83) und Irmgard (84) Schulz war der Trubel Einstieg zu einer neuen Phase ihres Lebens. Die Senioren, das dürfte eine Besonderheit im Landkreis sein, wohnen über dem Kindergarten im zweiten Stock des Hauses in der Max-Prell-Straße. Schon ihre drei eigenen Kinder begannen hier vor mehr als 50 Jahren, spielerisch die Welt zu entdecken. Nun rutschte, durch den Wegzug einer Mietpartei im vergangenen Jahr bedingt, der Kindergarten eine Etage höher, unter ihre Wohnung.

Der Baulärm hat dem Ehepaar nicht zugesetzt. "Wir wohnen jetzt 50 Jahre hier, da ist man das gewohnt", erklärt eine schmunzelnde Irmgard Schulz. Wenn sich die alten Leute und die Kinder auf der Treppe begegnen, dann würden schon mal Fragen gestellt. Beispielsweise diese: "Opa, wo gehst du hin?" Zu seinem 80. Geburtstag seien die Kinder die Treppe hochgestiegen und hätten gratuliert.

Die Umbauarbeiten halten auch für Martin und Irmgard Schulz Vorteile bereit: Durch den Wegfall einer Treppe ist es nun leichter, den Rollator in den Flur zu bekommen.