r, nur schlechte Kleidung. So hält es auch Maria Deuerling. Frohgemut schwingt die 61-Jährige ihre Nordic-Walking-Stöcke auf dem neuen Wirtschaftsweg, der von Baiersdorf nach Prügel führt und jetzt feierlich eröffnet wurde.
Er ist nicht nur für die Landwirtschaft gedacht, sondern dient auch als Geh- und Radweg. Die Gesamtkosten belaufen sich auf rund 322 000 Euro, die sich der Freistaat, vertreten durch das Amt für Ländliche Entwicklung Oberfranken, der Landkreis und die Gemeinde Altenkunstadt teilen.

Rundwanderweg entstanden

Die rüstige Baiersdorferin ist den Weg bereits mehrfach abgelaufen. "Durch den Lückenschluss von Baiersdorf nach Prügel ist ein Rundwanderweg entstanden. Innerhalb einer Stunde kann ich von meinem Wohnort aus über Prügel nach Altenkunstadt und von dort wieder gefahrlos nach Hause laufen", schwärmt die Bürgerin.
Und wie fühlt sie sich nach einer Wanderung durch das Altenkunstadter Land? "Viel ausgeglichener. Und meine Rückenschmerzen sind dann auch noch verflogen", antwortet Maria Deuerling.
Pfarrer Norbert Lang, der mit seinem evangelischen Amtsbruder Jürgen Rix die 1,3 Kilometer lange Strecke unter den Schutz Gottes stellt, spricht von Gefahrenpunkten, die mit solchen Wegen beseitigt würden. Eine Feststellung, der sich Maria Deuerling nur anschließen kann: "Für die Fußgänger und Radfahrer ist es gefährlicher geworden, weil der Schwerlastverkehr, nicht zuletzt durch den Bau der Biogasanlage, in jüngster Zeit zugenommen hat. Ich finde es eine tolle Sache, dass man den Weg gebaut hat."

Schwierige Verhandlungen

Bürgermeister Georg Vonbrunn (JWU) schwärmt von einem "stolzen Tag für Altenkunstadt". Einziger Wermutstropfen: "Wir hätten gerne auch das andere Teilstück von Prügel nach Maineck verwirklicht", spricht das Gemeindeoberhaupt allen aus der Seele und schickt ein Stoßgebet gen Himmel: "Möge der Herrgott ein Einsehen haben bei den Grundstücksverhandlungen."
Auch Landrat Christian Meißner (CSU), der von einem sinnvollen Lückenschluss im Radwegenetz des Landkreises spricht, macht keinen Hehl daraus, dass ihm eine größere Lösung lieber gewesen wäre. Mit Blick auf die Grundstückseigentümerin, die sich quergestellt hatte, stellt er aber zugleich klar: "Eigentum ist Eigentum."

Staatliche Förderung

Für eine vorweihnachtliche Bescherung sorgt der Leiter des Amtes für Ländliche Entwicklung Oberfranken, Anton Hepple. Er überreicht dem Bürgermeister einen Bewilligungsbescheid über einen Zuschuss in Höhe von 86 770 Euro.
Mit Bezug auf das nahende Weihnachtsfest stellt der Beamte fest: "Möglicherweise werden Sie die Vorlage des Verwendungsnachweises oder wir die Prüfung desselbigen bis Weihnachten nicht schaffen. Dann darf ich Sie daran erinnern, dass nach unserer christlichen Liturgie die Weihnachtszeit erst mit Lichtmess, also am 2. Februar, endet. Bis dahin wollen wir den Förderbetrag auszahlen.



Ein Weg in Zahlen

Kosten 322 000 Euro, zuwendungsfähige Ausführungskosten: 217000 Euro, staatlicher Zuschuss (höchstmöglicher Fördersatz von 40 Prozent): 86 770 Euro; der Landkreis Lichtenfels übernimmt ebenfalls 40 Prozent der gesamten Baukosten.

Eigenanteil Daraus ergibt sich ein Eigenanteil von rund 43 000 Euro für die Gemeinde Altenkunstadt an den zuwendungsfähigen Ausführungskosten. Die Kosten für den Grunderwerb und den zukünftigen Unterhalt trägt die Gemeinde Altenkunstadt.

Ausbaulänge 1,3 Kilometer

Fahrbahnbreite drei Meter