Für sein herausragendes Engagement als Priester und Seelsorger hat der ehemalige Stadtpfarrer von Bad Staffelstein, Monsignore Gerhard Hellgeth, das Bundesverdienstkreuz erhalten. Der bayerische Kultusminister Ludwig Spaenle überreichte die Auszeichnung im Lichtenfelser Landratsamt.
Landrat Christian Meißner (CSU) sprach von einer besonderen Ordensverleihung, denn die sollte nicht in München oder Bayreuth stattfinden, sondern im Lichtenfelser Landratsamt. "Monsignore Hellgeth hat vielen Menschen am Obermain Kraft gegeben und Trost gespendet", würdigte Meißner. Zur Feierstunde waren auch Hellgeths Wegbegleiter aus seiner Zeit in Bad Staffelstein gekommen.
"Während seiner Tätigkeit als Stadtpfarrer von St. Kilian in Bad Staffelstein hat sich Gerhard Hellgeth über seinen Beruf hi naus im öffentlichen Leben der Badstadt und der Region am Obermain große Verdienste um die Gesellschaft erworben", würdigte Minister Spaenle. Als Pfarrer zeichnete sich Hellgeth durch ein hohes Maß an Engagement, Einfühlungsvermögen und Geduld aus. Auch habe er die Kirchen und Kapellen in Bad Staffelstein und in der Umgebung in einem guten Zustand erhalten.
Beispielsweise die Innenrenovierung der Stadtpfarrkirche St. Kilian und die Anschaffung der neuen Orgel seien untrennbar mit seinem Namen verbunden. Als Dekan im Dekanat Lichtenfels habe Hellgeth das christliche Leben im gesamten Dekanat entscheidend geprägt.
Besonders wichtig sei ihm dabei die brüderliche ökumenische Beziehung zu den evangelischen Kolleginnen und Kollegen im Dekanat gewesen. Ein besonderes Organisationsgeschick habe Hellgeth auch bei der Durchführung der Dekanatswallfahrten mit bis zu 450 Gläubigen bewiesen. "Über Ihr segensreiches priesterliches Wirken hinaus standen Sie christlichen und sozialen Vereinen in Bad Staffelstein und darüber hinaus als Mitarbeiter und Ratgeber zur Verfügung", würdigte der Minister. Dazu zählte er unter anderen Hellgeths Engagement als Präses der Kolpingsfamilie Bad Staffelstein, als Vorsitzender des Caritasverbandes Lichtenfels sowie sein Wirken bei den Pfadfindern, der Katholischen Landjugend und beim Katholischen Frauenbund.
Weiter habe er den Ausbau sozialer Einrichtungen vorangebracht, unter anderen der Erziehungsberatungstelle, der Seniorenhilfe und der Sozialstationen. Hilfsbedürftige und Ratsuchende hätten immer ein offenes Ohr gefunden.

Ordensprior der Schwanenritter


Seit 1988 gehört Hellgeth als Ordensprior dem Schwanenritterorden zu Brandenburg-Ansbach an, einer gemeinnützigen Vereinigung zum Zwecke der Erforschung von Geschichte und Kultur. Einer breiten Öffentlichkeit ist Hellgeth auch von seinen Radiopredigten im Bayerischen Rundfunk bekannt. Vor zwei Wochen feierte er den 50. Jahrestag seiner Priesterweihe in Bad Staffelstein. Gerhard Hellgeth selbst gab sich bescheiden, hörte aufmerksam zu. "So verdienstvoll fühlt man sich nicht", sagte er schließlich.
Die Arbeit habe er sich nicht gesucht, vielmehr sei er hinein geschoben worden. Sein Dank galt allen, die ihn dabei unterstützt haben. Denn ohne deren Hilfe wäre Vieles nicht möglich gewesen. 37 Jahre hat Hellgeth als Stadtpfarrer in Bad Staffelstein gewirkt. "Das müssen Heerscharen von Staffelsteinern gewesen sein, die von Ihnen die Sakramente erhalten haben", bemerkte Meißner. gvö