Als bayernweit einzige im Hotelgewerbe hat Jessica Lohneis mit einer Gesamtnote von 1,0 die dreijährige Berufsschule abgeschlossen. Dafür ist sie in Bamberg mit dem bayerischen Staatspreis für außerordentliche Leistungen ausgezeichnet worden. Trotz eines verlockenden Angebots bleibt sie dem Kurhotel in Bad Staffelstein treu.

Nach ihrem Abschluss an der Adam-Riese-Realschule im Jahr 2009 bewarb sich die heute 19-jährige Lichtenfelserin spontan um einen Ausbildungsplatz als Hotelfachfrau im Kurhotel. "Eine Freundin sagte, sie bewirbt sich im Hotel. Da dachte ich mir, das mach ich auch", erinnert sich Jessica Lohneis. Nach einem Probepraktikum wurde sie als Auszubildende übernommen. "Das Kurhotel war das einzige, bei dem ich mich um einen Ausbildungsplatz beworben hatte", so die junge Hotelfachfrau weiter.

Von der Vielfältigkeit der Aufgaben im Hotelgewerbe konnte sich Jessica schon während ihres kurzen Praktikums überzeugen. Empfang, Service und Etage waren nur drei von mehreren Stationen. Dass man in einem Hotel auch skurrile Dinge erleben kann, merkte die Lichtenfelserin bereits in ihren ersten Ausbildungstagen. "Als ich an eine Zimmertür klopfte und sich niemand rührte, betrat ich das Zimmer. Auf einmal kam ein Mann aus dem Badezimmer, nur mit Handtuch bekleidet", erzählt Jessica. Als Neuling war ihr diese Begegnung erst ein bisschen unangenehm, auch wenn sich die Situation als harmlos entpuppte und beide Seiten über den Vorfall lachen konnten. Schnell lernte Jessica, mit Alltäglichem und Kuriosem routiniert umzugehen. "Durch den Job bin ich viel selbstbewusster geworden, weil ich jeden Tag mit Menschen zu tun habe und mit ihnen kommunizieren muss", sagt Jessica Lohneis.

Direkter Kontakt zum Gast


Besonders gut gefällt ihr die Arbeit an der Rezeption. "Hier bekommt man immer ein direktes Feedback von den Gästen und merkt sofort, ob es ihnen im Hotel gefällt", erklärt Jessica. Auch könne man dort den Gästen immer mal wieder eine Freude bereiten, wenn man ihnen beispielsweise verloren geglaubte Gegenstände zurückgeben kann. Daher freute sich die junge Hotelfachfrau sehr, als ihr angeboten wurde, nach der Ausbildung an der Rezeption zu arbeiten. "Das Team dort ist einfach super", so Jessica Lohneis. Das einzig Negative seien nur die Arbeitszeiten an Wochenenden. "Aber wenn der Job Spaß macht, gleicht sich das aus", betont die Hotelfachfrau.

Einen guten Abschluss, so verrät Jessica, hatte sie von Anfang an im Blick. "Eigentlich war ich immer gut in der Schule", erzählt sie. "Dass am Ende dann eine 1,0 rauskam, freut mich natürlich umso mehr." Neben Familie, Freunden und Kollegen freute sich vor allem auch Andreas Poth, Geschäftsführer des Kurhotels, mit der 19-Jährigen. "Das ist natürlich eine tolle Sache. Ich bin stolz auf Frau Lohneis, die Ausbilder und das ganze Team", erzählt Poth. Es sei schön, so Poth weiter, jemanden in der Gruppe zu haben, der die anderen mit seinen Leistungen mitreiße. Neben Jessica Lohneis haben in diesem Jahr noch drei weitere Auzubis ihre Ausbildung im Kurhotel erfolgreich abgeschlossen.

Kollegen wurden aufmerksam


Jessicas erfolgreicher Abschluss ließ auch andere Hotels aufmerksam werden. "Gleich bei meiner Abschlussprüfung hat mir ein Prüfer das Angebot gemacht, in einem Bamberger Hotel anzufangen", verrät sie. Zunächst wolle sie aber erst einmal in Bad Staffelstein bleiben. "Das Team hier ist super und die Arbeit macht Spaß." Was die Zukunft bringt? "Das lasse ich auf mich zukommen. Mal schauen", sagt Jessica Lohneis.