Nachdem der Mann das Gericht verlassen hatte, lächelte er wieder und bot seiner Bekannten eine Zigarette an. Ihr, der er vor Monaten Crystal Speed verschafft hatte. "Strafunempfindlich" nannte ihn kurz zuvor Richter Armin Pohl, der den 34-jährigen Lichtenfelser zu einer achtmonatigen Haftstrafe wegen massiver Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz verurteilte.

"Das ist doch meine Angelegenheit", sagte der Mann über die gesundheitlichen Folgen des eigenen Drogenkonsums. Im Zuge dessen aber tat sich der Mann durch Beschaffungskriminalität hervor. Spätestens hier gehe das die Allgemeinheit an, kommentierte Oberstaatsanwalt Martin Dippold die 18 Einträge im Bundeszentralregister.

Zwischen Sommer 2010 und Februar 2011 soll der Angeklagte mehrfach Crystal Speed gekauft und an eine Frau veräußert haben. Diese geriet am 19. Dezember 2010 in eine Verkehrskontrolle, als sie den Angeklagten durch den Landkreis fuhr.

Zwei Hauptbelastungszeugen traten gegen den Lichtenfelser auf, beide wurden in Handschellen vorgeführt, weil sie derzeit einsitzen. Beide konnten sich an die genauen Umstände der damals von ihnen mit dem Lichtenfelser getätigten Deals nicht mehr erinnern, sehr wohl aber daran, dass er von ihnen Crystal Speed bezogen hatte.
"Ich geb's offen zu: Wenn ich in die Stadt lauf` und mir bietet einer was an, kann ich schlecht Nein sagen", räumte der schon hafterfahrene Angeklagte ein.

Wegen Sätzen wie diesem nahm Oberstaatsanwalt Dippold von der Annahme einer günstigen Sozialprognose Abstand und hielt dem Beschuldigten entgegen, er gehe seinem Drogenproblem aus dem Weg. Dippold hielt es für erwiesen, dass der 34-Jährige in mindestens fünf Fällen je ein bis drei Gramm Crystal Speed gekauft hatte.
Dieser Ansicht folgte auch Richter Pohl und verurteilte den Mann zu einer Haftstrafe ohne Bewährung.