Zwei Monate müssen sich die Interessenten, die ihr Eigenheim im Neubaugebiet in Reundorf errichten wollen, noch gedulden. Wie Stadtbaumeister Gerhard Pülz in der Bauausschusssitzung am Dienstagnachmittag bekannt gab, nimmt das städtische Bauamt die Bauanträge ab dem 30. April an. "Es geht leider nicht früher, weil wir noch die Parzellen einteilen müssen, weshalb auch noch keine amtlichen Karten erstellt worden sind", sagte er dem Gremium.

Bis Ende Mai soll dann auch der Straßenbau für das Areal abgeschlossen sein. Der frühestmögliche Baubeginn ist laut Pülz der 1. Juni, dieses Datum nannte er aber nur unter Vorbehalt.

Bauen würde gerne auch ein Bauherr am Anwesen Bamberger Straße 43 an der Kreuzung zur Viktor-von-Scheffel-Straße. Allerdings verweigerten die elf Mitglieder des Bauausschusses seinem Anliegen ihr gemeindliches Einvernehmen und folgten damit dem Vorschlag der Verwaltung. Wie Stadtbaumeister Pülz erläuterte, soll bei dem historischen Wohnhaus aus der Gründerzeit, in dem viele Jahre ein asiatisches Restaurant betrieben worden ist, das Dach aufgestockt werden.

"Grundsätzlich begrüßenswert"

Geplant sind neben einer grundlegenden Sanierung ein Penthouse, eine Aufzugsanlage sowie Balkone. Für Gerhard Pülz und die Bauverwaltung ist eine Renovierung des "Stadtbild prägenden Gebäudes" grundsätzlich begrüßenswert. In der Bauvoranfrage vom 24. Juli 2018 stimmte der Bauausschuss deswegen auch der Bauvoranfrage zu.

Im nunmehr eingereichten Bauantrag werde jedoch in vielen Punkten von damals abgewichen. Der Stadtbaumeister: "Vorgaben des Landratsamtes werden nicht eingehalten, Planunterlagen sind schwer nachvollziehbar und lückenhaft, Abstandsflächen werden nicht eingehalten." Hinzu komme die Aufstockung auf vier Vollgeschosse (Pülz: "Im Umkreis befinden sich nur dreistöckige Häuser") und - für den Bauingenieur besonders schwerwiegend - der Abriss von historischen Schmuckelementen des Gründerstil-Gebäudes.

Auf Nachfrage von Elke Werner (SPD) räumte Pülz ein, dass das Anwesen weder unter Denkmal- noch unter Ensembleschutz stehe, "deswegen ist hier der Bauausschuss gefordert". Dieser habe es in der Hand, ob dieses markante Haus verändert wird oder nicht.

Helmar Zipp (SPD) vertrat die Ansicht, dass das Gebäude seine Außenansicht erhalten soll. Dem schloss sich das Gremium an und verweigerte einstimmig dem Bauantrag sein gemeindliches Einvernehmen. Eine Sanierung des Anwesens ist aber nicht vom Tisch, denn in einem Gespräch mit Bauherrn, Stadtbauamt und Landratsamt will die Stadt nach einer für alle Seiten akzeptablen Lösung suchen.

Ebenfalls kein grünes Licht gab es für den Antrag, im Bereich Bgm.-Silbermann-Straße/Zur Heide ein Mehrfamilienhaus zu bauen. Die Pläne des Bauherren wurden laut Stadtbaumeister bereits im März letzten Jahres vom Bauausschuss abgelehnt. Begründung damals: Das "wuchtige Gebäude" erfüllte nicht die Vorgaben des Bebauungsplanes. Es folgte daraufhin eine Besprechung mit Landratsamt, der Stadt, dem Bauherrn und dem Architekten. Vereinbarte Änderungen seien dann in eine Bauvoranfrage geschrieben worden, die im vergangenen September von den Mitgliedern des Bauausschusses auch akzeptiert worden ist. Jedoch wurde dann Pülz zufolge am 10. Dezember ein nicht vollständiger Bauantrag eingereicht. Der stimmte zudem nicht mit der Bauvoranfrage vom September überein, sondern sei eine Verschlechterung. Außerdem widerspreche er in vier Punkten dem Bebauungsplan, ferner fehlten die Unterschriften der Nachbarn (Aussage des Bauherrn laut Stadtbaumeister: "Die hätte ich eh‘ nicht bekommen") wie auch ein Nachweis für Stellplätze. Gründe genug für eine einstimmige Nichterteilung des gemeindlichen Einvernehmens.