Pilotprojekt im Landkreis Lichtenfels: Die verschiedenen Böden werden erstmals in Bayern auf Landkreisebene detailliert auf ihre natürlichen Stoffgehalte untersucht. 

Seit April dieses Jahres sei das LfU fast täglich im Landkreis Lichtenfels unterwegs und nehme Bodenuntersuchungen vor. Die rund 250 Untersuchungsstandorte würden im Vorfeld anhand der vorliegenden Karte der Bodenausgangsgesteine ermittelt, um einen möglichst flächendeckenden Überblick über die geogen-bedingten Stoffgehalte im Boden zu erhalten.

Mit einem Bohrhammer werde eine Probennahmesonde einen Meter tief in den Boden getrieben und schichtweise Bodenmaterial entnommen. Dieses werde anschließend im LfU-Labor auf Schwermetalle und weitere Bodenparameter hin untersucht.

„Mittlerweile wurden Bodenanalysen von 109 Standorten vorgenommen“, so Uwe Geuß beim Ortstermin. „Die Analytik zeigt, dass lokal im Boden für die Elemente Arsen, Cadmium, Chrom, Nickel, Thallium und Zink punktuell durchaus erhöhte Gehalte vorliegen“, fasst der Fachmann die bisherigen Ergebnisse zusammen. Die Beprobungen sollen bis Ende 2021/Anfang 2022 abgeschlossen sein.

Im 1. Quartal 2022 liegt der Schwerpunkt bei der Bewertung der Analysenergebnisse. „Von großem Interesse sind dabei geochemische Ähnlichkeiten der einzelnen Bodeneinheiten, die in den geplanten Übersichtskarten für Oberboden (Humus) sowie Unterboden und Untergrund zusammengefasst werden könnten, was zu einer deutlichen Vereinfachung führen würde.“

Der Lichtenfelser Landrat Christian Meißner (CSU): „Die Untersuchungen haben große Bedeutung für unsere Häuslebauer und Baufirmen im Landkreis, denn sie würden zu einer deutlichen Reduzierung der Entsorgungskosten führen. Die Hinweiskarten müssen leicht verständlich aufgebaut werden und möglichst einfach handhabbar sein. Ziel muss es sein, Erdaushub aus Bauprojekten ohne kostenintensive Beprobung des Materials innerhalb des Kreisgebietes wiederverwenden zu können.“