Für den Wähler steht eine Frage bei den anstehenden Kommunalwahlen im Vordergrund: Wo setze ich mein Kreuz? Doch im Hintergrund der Vorbereitungen geschieht so einiges mehr - denn eine Wahl braucht Organisatoren und kostet zudem Geld.

Der Versuch, eine Übersicht über die Kosten der alle sechs Jahre stattfindenden Wahl zu erstellen, gestaltet sich nicht ganz einfach, da die Ausgaben aller Gemeinden und Städte unterschiedlich sind. Generell gilt: Die Kosten für die Gemeindewahl liegen bei der Gemeinde. Findet zugleich eine Landkreiswahl statt, werden die Kosten zwischen dem Landkreis und den Gemeinden verteilt.Die Gemeinden tragen jedoch die Beträge für die Räume und Unterlagen, wie aus dem bayerischen Gemeinde- und Landkreiswahlgesetz hervorgeht.

Ferner lässt sich nicht ohne Weiteres aufschlüsseln, welcher Betrag dabei auf die Personalkosten entfällt. "Die Kosten sind schwer zu schätzen, da die internen Kosten für die mit der Wahl beschäftigten Mitarbeiter der Verwaltungsgemeinschaft, die die Arbeit zusätzlich zu ihrer eigenen Arbeit mit erledigen müssen, nicht gesondert erfasst werden", sagt beispielsweise Heinrich Dinkel von der Verwaltungsgemeinschaft Redwitz an der Rodach.Wir haben trotzdem bei den Städten und Gemeinden im Landkreis nach den Hintergründen zur Kommunalwahl gefragt.

1. Wie viele Wahlhelfer sind beteiligt?

Um die Stimmen auszuzählen und die Wahllokale zu betreuen, braucht es ehrenamtliche Wahlhelfer. Die Anzahl derer variiert von Ortschaft zu Ortschaft, auch im Zusammenhang mit der Größe der Stadt oder Gemeinde. Mit 400 Personen werden am meisten Helfer in Lichtenfels engagiert sein. In Bad Staffelstein werden rund 230 Helfer benötigt, in Marktzeuln werden es nur etwa 35 sein. Die Gemeinde Michelau wiederum ist bestrebt, möglichst viele Beschäftigte aus dem öffentlichen Dienst als Wahlhelfer einzusetzen und gewährt diesen anschließend einen Freizeitausgleich.

2. Welche Kosten fallen an?

Die Wahlhelfer erhalten keinen festen Stundenlohn für ihre Mithilfe, vielmehr zahlen die Städte und Gemeinden den Ehrenamtlichen ein Erfrischungsgeld. "Die Aufwandsentschädigung der Wahlhelfer wird von den Kommunen individuell festgelegt", sagt Andreas Grosch, Pressesprecher des Landratsamts. Die Stadt Burgkunstadt beispielsweise zahlt den Wahlhelfern zwischen 60 und 70 Euro. Auch im benachbarten Altenkunstadt beläuft es sich auf diesen Betrag.

Doch das Erfrischungsgeld ist nur ein Posten. Auch die Sachkosten fallen ins Gewicht: Wahlbenachrichtigungen und Stimmzettel müssen gedruckt, Briefwahlunterlagen verschickt werden. Ebenso muss die Gemeinde grundlegendes Material zur Verfügung stellen: Stifte, Wahlurnen, Kabinen oder auch schlicht die Räume.

Für diese Ausgaben haben Städte und Gemeinden meist einen Betrag kalkuliert. "Für die Kommunalwahlen haben wir als Sachaufwand und Wahlhelferentschädigungen (ohne laufende Personalkosten) rund 60.000 Euro eingeplant. Etwa die Hälfte werden wir vom Landkreis Lichtenfels für die Kreistagswahl erstattet bekommen", teilt beispielsweise Sebastian Müller, Leiter des Amtes für Bürgerservice, Organisation und strategische Entwicklung der Stadt Lichtenfels, mit. Bei 20.389 Einwohnern (Stand November 2011) wären das etwa 2,95 Euro pro Person - mit eingeschlossen sind hier auch Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren.

Die Stadt Weismain hat die bevorstehenden Kosten wie folgt grob aufgeschlüsselt: "Für die Kommunalwahl wurden im Haushalt der Stadt Weismain 22.000 Euro vorgesehen. Die größten Posten sind die EDV-Kosten (7.000 Euro), die Aufwandsentschädigungen für die ehrenamtlichen Wahlhelfer (6.000 Euro) und die Portokosten (4.500 Euro)", wie Stephan Schwab aus der Stadtverwaltung verrät. Erneut gemessen an der aktuell bekannten Einwohnerzahl von 4.764 ergäbe sich dabei ein Betrag von rund 4,60 Euro pro Person.

Für den Markt Marktzeuln wird die Hauptausgabe im Drucken der Unterlagen bestehen, sagt Wahlleiter Bernd Niechziol. Außerdem vermutet er eine hohe Anzahl an Briefwählern, die sich ob der vielen Namen und Möglichkeiten auf den Stimmzetteln lieber die Zeit zu Hause nähmen.

3. Wie groß ist der Zeitaufwand?

Der Zeitaufwand, der für die Wahl betrieben wird, ist demnach auch nicht einheitlich. Alleine für die Schichten im Wahllokal müssen die Helfer zwischen fünf und zwölf Stunden einplanen. Oft beginnen die Vorbereitungen aber schon früher: "Auf jeden einzelnen Wahlhelfer werden schätzungsweise rund zehn Arbeitsstunden zukommen. Es darf aber auch nicht unterschätzt werden, dass man sich für diese wichtige Aufgabe auch vorbereitet bzw. vorbereiten lässt. So werden wir also auch unsere Wahlhelfer in den Tagen vorher gut schulen und auch mit der EDV-Systematik vertraut machen", sagt Michael Wagner, Wahlleiter der Stadt Burgkunstadt.