Hermann Hacker geht es nicht ums Geld. Es geht ihm um viel mehr - um Anerkennung und um mangelnde Kommunikation mit der Stadt Bad Staffelstein. Zum Hintergrund: Hacker ist Vorsitzender der Kultur-Initiative Bad Staffelstein (KIS). 34 Veranstaltungen organisiert die Initiative dieses Jahr. Gut besucht waren die nicht immer. "Gut, es war Fußball, aber wir waren trotzdem überrascht", sagt er. Das lag auch daran, dass es parallele Möglichkeiten gab, seine Freizeit zu verbringen. Zum Beispiel das Brückentheater, das die Stadt organisiert hat. Auch im Kulturbetrieb könnte Konkurrenz das Geschäft beleben. Hier widerspricht Hermann Hacker energisch: "Jeder Euro wird im kulturellen Bereich nur einmal ausgegeben." Entschied sich also jemand für das Brückentheater und gegen eine KIS-Veranstaltung, hat die Initiative das Nachsehen; so zumindest sieht es Hacker. "Wir sind der Meinung, dass uns die öffentlichen Veranstaltungen das Publikum wegnehmen. Das Brückenfest hätte man auch mit uns abstimmen können, schließlich nimmt uns das gewaltig Publikum weg." Die Stadt solle froh sein, dass die KIS überhaupt Veranstaltungen anbiete "und uns keine Konkurrenz machen". Bürgermeister Jürgen Kohmann sagt, dass er sehr froh über das ehrenamtliche Engagement der KIS sei. Er sei sogar selbst Mitglied der Initiative. Hermann Hackers Vorwürfe kann er trotzdem nicht bestätigen.
Man hätte einen Kompromiss finden können, sagt Hacker: Beispielsweise, so sein Vorschlag, hätte man ein gemeinsames Programm beim Brückentheater anbieten können. "Wir wollen, dass wir uns an einen Tisch setzen und nicht, dass die Stadt irgendwelche Alleingänge macht." Seine Vision für die Zukunft wäre, dass sich ein Kulturausschuss bildet und "dass sich die Stadt mehr dafür interessiert. So würde auch die Absprache miteinander besser klappen, meint Hacker. Vorgeschlagen habe er das im Tourismusausschuss der Stadt schon mehrfach; zuletzt im vergangenen Jahr. Sich miteinander an einen Tisch zu setzen, wünscht sich auch Bürgermeister Kohmann. Davon, dass Hacker allerdings im Ausschuss auf das Problem hingewiesen habe, weiß Bürgermeister Kohmann nichts. Er sagte unserer Zeitung, dass Hacker nicht mit seinem Anliegen auf ihn zugegangen sei, zeigte sich aber gesprächsbereit: "Er soll kommen, dann sprechen wir miteinander und werden das optimieren."

Keine Lobby für Kultur?


Doch Hermann Hacker geht es nicht nur um das Brückentheater. In Bad Staffelstein werde die Kultur stiefmütterlich behandelt, behauptet er. Für Kultur gebe es keine Lobby im Stadtrat, sagt Hacker. "Kultur wird hier gar nicht ernst genommen." Dem entgegnet der Bürgermeister, dass das nicht so sei. Im Gegenteil: Es gebe einen eigenen Tourismus- und Kulturausschuss, der sich mit kulturellen Themen beschäftige.
Der Stachel sitzt tief bei Hacker. Ein Verein wolle gelobt werden für seinen ehrenamtlichen Einsatz. "Es fragt sich, für wen wir das alles machen."