Den Aufbau einer internationalen Zusammenarbeit vereinbarten die drei Standorte von Fachschulen der Flechterausbildung Lichtenfels, Nowy Tomysl (Polen) und Fayl-Billot (Frankreich) vor wenigen Tagen.

Das ist das Ergebnis gemeinsamer Verhandlungen unter der Leitung des Landrats des Kreises Nowy Tomysl, Ireneusz Kosecki, am Rande des dritten "Weltfestivals der Korbweide und der Korbmacherei" in der polnischen Stadt. Die Vertreter der drei Schulen wollen auf der Basis einer gemeinsam unterzeichneten Erklärung die Bewahrung der staatlich geförderten, fundierten Flechterausbildung in diesen Ländern und damit die Zukunft des Flecht handwerks sichern.

Der Geschäftsführer des "Zentrums europäischer Flechtkultur Lichtenfels" (ZEF), Manfred Rauh, hatte das Treffen in Polen initiiert. Als Kulturreferent des Stadtrats vertrat Arnt-Uwe Schille (SPD) die Positionen der Korbstadt in den Gesprächen, für die Staatliche Berufsfachschule für Flechtwerkgestaltung nahm deren Leiter Hans-Jürgen Lichy teil.


Vereinbarung dreier Länder

Man einigte sich auf konkrete Maßnahmen wie regelmäßigen Erfahrungsaustausch zwischen den Schulen mit ihren unterschiedlichen Ausbildungsmodellen, Schüleraustausch unterstützt durch EU-Programme, Treffen und Workshops sowie die Zusammenarbeit bei der Anerkennung des Flecht handwerks als gemeinsames internationales Kulturerbe.

Während man in Frankreich und Polen gerade dabei sei, das Thema Flechten in die Entwicklungsstrategien der jeweiligen Landkreise einzuarbeiten, um von europäischen Förderprogrammen zu profitieren, sei im Landkreis Lichtenfels das vom ZEF erarbeitete "Zukunftskonzept Flechtkultur" bereits seit Herbst 2014 zentraler Bestandteil der lokalen Entwicklungsstrategie, berichtet Manfred Rauh. Auf dieser finanziellen Basis sollen gemeinsame Projekte erarbeitet werden. mr