Seit dem vergangenen Sommer gibt es in Altenkunstadt etwas, das es vorher nicht gab: eine Kehrmaschine, die vor großen Veranstaltungen, etwa vor dem Straßenfest, im Ort unterwegs ist und für Sauberkeit sorgt. Die Maschine gehört allerdings nicht der Gemeinde selbst.

"Die Anschaffung wäre erstens sehr teuer und zweitens brauchen wir sie ja nur ab und zu, da würde sie viel in der Garage stehen", erklärt Bürgermeister Robert Hümmer (CSU). "Deshalb leihen wir sie von Burgkunstadt." Die Nachbarstadt bekommt dafür natürlich eine Ausgleichszahlung. "Eine Kommune allein kann sich kaum sämtliche Maschinen und Geräte leisten, die sie gern einsetzen würde", sagt Hümmer. "Und würden sie allein auch gar nicht auslasten. Deswegen wird es immer wichtiger, dass Kommunen zusammenarbeiten."

Christiane Frieß (CSU), Bürgermeisterin von Burgkunstadt, sieht das genauso.
"Die Zusammenarbeit zwischen den Kommunen zu stärken war für mich einer der wichtigsten Gründe, in die Kommunalpolitik zu gehen. Ich hatte oft den Eindruck, jeder wirtschaftet so für sich, das wollte ich ändern." Beide Gemeindeoberhäupter wurden im vergangenen Jahr neu gewählt. Seitdem wird nicht nur die Kehrmaschine geteilt. "Wir haben zum Beispiel eine Geschwindigkeitsmessgerät gekauft", erzählt Hümmer. "Frau Frieß hat schon angefragt, ob sie das auch mal in ihrem Gemeindegebiet aufstellen könnte. Natürlich hab ich zugesagt."

Bauhöfe tauschen sich aus

Auch ein Asphaltfass wird interkommunal genutzt. "Das borgen wir uns je nach Bedarf aus", sagt Frieß. Die Bauhöfe der beiden Gemeinden arbeiten schon länger zusammen. "Alle Bauhofleiter der Landkreisgemeinden und der Kreisbauhof treffen sich zweimal im Jahr, um sich über die neuesten Entwicklungen beziehungsweise Vorgaben auszutauschen", erklärt Thomas Kinscher, Leiter des Burgkunstadter Bauhofs.

"Im Bereich der Kommunalen Zusammenarbeit sehe sie enormes Einsparpotential", sagt Christiane Frieß. So ließen sich Projekte realisieren, die einzelne Kommunen alleine nicht schultern oder sich leisten können. "Es bieten sich wahnsinnig viele Möglichkeiten, vom gemeinsamen Einkauf von Streusalz bis zur Finanzierung verschiedener größerer Projekte." Ein Beispiel für ein solches Projekt ist der Neubau der Mainbrücke.

"Die Kosten für die Linksabbiegespur und die Querungshilfe teilen wir uns", erklärt Robert Hümmer. In Zukunft könnte es auch ein gemeinsames Lehrschwimmbecken geben. "Das ist alles noch in der Planungsphase", sagt Frieß. "Aber es ist schon unser Wunsch. Auch bei Kitas kann ich mir eine Zusammenarbeit vorstellen." Schulverband und Mittelschulverbund gibt es bereits.