Die Kinder der Evangelischen Kindertagesstätte in Bad Staffelstein begrüßen Besucher gleich mit neugierigen Blicken und großem Interesse. "Das zeigt, dass sie sich bei uns sehr wohl und geborgen fühlen", meint Kindergartenleiterin Beate Wagner und lacht.

Nachdem man das "Aua", das mit einem Heftpflaster versorgt ist, begutachtet hat, geht es zu einer "Modenschau" und schließlich zum Spielen in der Kinderküche. Gerade hier, wo die Kleinsten betreut und versorgt werden, spielt Geborgenheit eine sehr große Rolle für die kindliche Entwicklung.

Rituale vermitteln Sicherheit

Schon die Namen der Krippe-Gruppen, "Zwergenhöhle" und "Kuschelnest", sollen Sicherheit und Geborgenheit vermitteln. Nach diesen Werten werde auch in der Kita gearbeitet und gelebt. "Ich habe dieses Gefühl besonders stark durch meine Oma erlebt. Wir haben viel zusammen unternommen, haben Spaziergänge und Picknicks gemacht. Sie war immer für mich da, und genau dieses Gefühl möchte ich den Kindern in der Krippe geben."

Rituale seien ebenfalls sehr wichtig für das Gefühl der Geborgenheit: "Diese positive Ordnung bietet ihnen Struktur und Sicherheit." So werde zum Beispiel ein "Aufräum-Lied" gesungen, wenn die Kinder ihre Spielsachen wegräumen. Sie wissen dann immer, was kommt, und seien nicht durch unstetige Strukturen gestresst.

Außerdem sei ein liebevoller, wertschätzender Umgang mit den Kindern unerlässlich. "Wir nehmen sie und ihre Gefühle ernst", sagt Beate Wagner. Da viele der Kinder noch nicht richtig sprechen können, sei viel Empathie notwendig, um ihre Bedürfnisse zu erkennen. "Man muss außerdem Nähe zulassen: Manche Kinder brauchen sie und fordern diese ein, bei manchen ist es wieder völlig anders. Ein paar sind noch nie auf meinem Schoß gesessen."

"Wir achten besonders darauf, dass eine positive, fröhliche und zugleich eine ruhige, entspannte Atmosphäre herrscht." Dafür müsse das Spielzeug und der Raum passen. Grundlegend für das Gefühl der Geborgenheit sei außerdem, dass die Teams harmonisch zusammenwirken. "Wir reden viel miteinander, auch wenn es einmal Probleme gibt. Es ist wichtig, dass wir Kollegen uns gut miteinander verstehen", sagt Beate Wagner.

Neben den Kindern müssen sich ihre Eltern in der Kita wohlfühlen und Beate Wagner sagt: "Sie geben uns das Wichtigste in ihrem Leben - ihr Kind." Die Eltern seien immer herzlich willkommen und bleiben in der Eingewöhnungsphase zunächst ein paar Stunden mit ihren Kindern in der Kita. Gerade in dieser prägenden Zeit sorgen die Erzieherinnen dafür, dass es stressfrei zugeht. Die Eltern sollen so außerdem die Möglichkeit bekommen zu sehen, wie in der Einrichtung mit den Kindern umgegangen wird, welche Strukturen es gibt und vieles mehr.

Das gesamte Umfeld passt

Die Evangelische Gemeinde sei ebenfalls sehr wichtig für das Gefühl der Geborgenheit: "Die Gebäude und die Kirche sind um den Kindergarten und die Kita angeordnet wie ein Nest, das Sicherheit und Schutz bietet. Für uns Erzieherinnen sorgt das offene Ohr und die Unterstützung von Pfarrer Matthias Hagen für ein Gefühl der Geborgenheit."