Es wird geschnitten, getackert und geklebt - beim Workshop "Pinnwände selbst gestalten" lassen sechs Mädels und zwei Jungs ihrer Kreativität freien Lauf. Die Aktion fand anlässlich des Sommerferienprogramms der Kreisjugendpflege Lichtenfels statt.

Gebastelt wird diesmal im Erdgeschoss des Juz, in der Kulturfabrik, wo sonst Konzerte stattfinden. "Wir sind zu
viele für die Kreativwerkstatt, also mussten wir es nach unten verlegen", erzählt Franziska Hautmann, die Leiterin des Jugendzentrums. Um die Materialkosten zu decken, wird zu Beginn ein kleiner Aufwand von drei Euro verlangt - dafür dürfen die Schüler ihre Pinnwände danach mit nach Hause nehmen.

Zunächst erklärt die Sozialpädagogin den genauen Ablauf der Bastelarbeiten und präsentiert der Runde zwei Probe-Pinnwände, die sie extra vorher als Beispiel angefertigt hat. Schnurstracks legt die Gruppe auch schon los.


Zunächst erhält jeder eine eigene Leinwand, die im Anschluss mit einem bunten Stoffteil bespannt werden soll. Hier haben die Zwölf- bis 14-Jährigen die Qual der Wahl. Auf einem Tisch hinter ihnen liegen viele verschiedene Stofflagen. Diese sind mit allen möglichen Mustern, Formen und Farben bedruckt: Ob gestreift, gepunktet, einfarbig oder transparent, mit Sternen, Totenköpfen bis hin zu Comicfiguren - für jeden Geschmack ist etwas dabei.

Die 13-jährige Tina aus Michelau sucht sich einen rot farbigen Stoff aus. "Am liebsten würde ich mein ganzes Zimmer rot streichen", sagt sie, aber eine rote Pinnwand sei für den Anfang auch ganz schön. Der nächste Arbeitsschritt lautet Abmessen und Ausschneiden: Dafür wird der Stoff mit der Rückseite nach oben auf dem Tisch ausgebreitet und der Rahmen darauf gelegt.

Mit Hilfe eines Lineals messen die Kinder zunächst die erforderliche Größe ihres Stoffteils aus und umrahmen dann mit einem dicken Stoffstift ihre Leinwand. Beim Zeichnen müssen die Schüler beachten, dass der Umfang des Stoffes ein paar Zentimeter größer ist als der Rahmen. Ist das erledigt, wird der Stoff entlang der Linien ausgeschnitten.

Das Gröbste ist nun geschafft. Jetzt ist der Einsatz von Tom Blößl, Leiter des Jugendzentrums, gefragt. Er legt die zurechtgeschnittenen Stoffteile auf die Oberseite der Pinnwand und tackert den zu großen, äußeren Rand an der Innenseite des Holzrahmens fest. Dabei ist es wichtig, dass der Stoff ganz stramm gezogen wird, damit im Nachhinein keine Falten auf der Oberfläche entstehen.

Zum Schluss dürfen sich die Bastler noch bunte Bänder aussuchen, die ebenfalls um die Pinnwand gespannt werden. Die Kinder schneiden die Bänder zurecht und fixieren sie dann mit Tesafilm am Rahmen, damit Tom weiß, wo er die Enden fest- tackern soll. Die Bänder können entweder geordnet, in Karo-Optik oder kreuz und quer verteilt über die Fläche gespannt werden - Hauptsache sie liegen so eng beieinander, dass man zwischen ihren Lücken Bilder, Postkarten oder Notizen einklemmen kann, damit die Pinnwand auch ihren Zweck erfüllt.

Für Urlaubserinnerungen

Die 14-jährige Julia Kroworz weiß schon ganz genau, was auf ihre Pinnwand kommt: "Wir waren am Anfang der Sommerferien in Paris, davon hab ich ganz viele Urlaubsbilder", erzählt sie, während sie blaue und gelbe Bänder auf ihre gepunktete Pinnwand legt.

Die einzigen Jungs, die beim Workshop mitmachen, sind die Zwillinge Lukas und Tobias Franke aus Lichtenfels. Normalerweise toben die beiden sich lieber auf dem Fußballplatz aus. Basteln gehöre eigentlich gar nicht zu ihren Hobbys, aber das Programm heute mache ihnen viel Spaß, versichern die Brüder. Während sich Tobias für eine eher schlicht gehaltene gestreifte Pinnwand mit braunen Bändern entscheidet, wird die seines Bruders mit bunten Bändern und Micky Maus-Motiven lebhaft und knallig.

Acht originelle Memoboards sind das Ergebnis der eineinhalbstündigen Bastelarbeit. An diesen können die erlebten oder noch kommenden Ferienerlebnisse gepinnt werden. Denn wo würden diese Erinnerungen besser hinpassen, als auf eine selbst gebastelte Pinnwand?