Internet der Dinge, Maschine-zu-Maschine-Kommunikation, intelligente Produktionsstätten - was vor einigen Jahrzehnten noch als Science Fiction abgetan worden wäre, ist inzwischen sehr real geworden. "Industrie 4.0" nennt sich die Wandlung, die heute schon in vielen Unternehmen zum Tragen kommt. Ein zentraler Punkt ist der Austausch von Daten. Und für den braucht es leistungsstarkes und schnelles Internet.

Als Online-Händler ist für die Baur-Gruppe mit mehreren Standorten im Landkreis das Internet ein fester Bestandteil des Alltags. "Das Thema Breitband ist für unser Unternehmen sehr wichtig", sagt Baur-Pressesprecher Stefan Gagel. "Aber inzwischen ist eine qualitativ hochwertige Verbindung für die komplette Wirtschaft von hoher Relevanz. Es geht einfach nicht mehr ohne. Egal in welchem Tätigkeitsfeld."

Entscheidend für Homeoffice

Zu Beginn der Corona-Krise bekam die Baur-Gruppe verstärkt zu spüren, wie wichtig ein belastbarer Internetzugang ist. Nicht nur aufseiten der Firma, sondern auch bei den Mitarbeitern zuhause. Innerhalb von wenigen Tagen verließen 1100 Mitarbeiter aus der Verwaltung ihre Arbeitsplätze vor Ort und zogen ins Homeoffice um. "Das bedeutet dann eine gewisse doppelte Abhängigkeit. Denn dass das funktioniert, ist abhängig vom Unternehmenssitz, aber auch die Mitarbeiter müssen im eigenen Haushalt eine halbwegs gute Verbindung haben, damit sie störungsfrei arbeiten können", erläutert Gagel. Bei den meisten habe das geklappt. Nur ein niedriger zweistelliger Prozentsatz der Baur-Mitarbeiter könne die Möglichkeit Homeoffice nicht nutzen, da zuhause die nötige Bandbreite fehle.

Patrick Mantel ist Leiter des Rechenzentrums bei Baur. "Wir sind insgesamt sehr zufrieden", sagt er zur Glasfaser-Situation an den verschiedenen Standorten. Alle sind an das Glasfasernetz angeschlossen. Und während bei einem privaten Haushalt jeweils nur eine Glasfaser pro Haus beziehungsweise Wohnung vom Hauptstrang abgezweigt wird, stünden Baur meist zwölf oder 24 Doppelfasern zur Verfügung. So gibt es jeweils eine separate Faser für das Senden und Empfangen, was bei Privathaushalten beides über denselben Strang passiert. "Wir haben da also überhaupt keine Kapazitätsengpässe."

Burgkunstadt, Altenkunstadt und Weismain seien in Sachen Glasfaser historisch gesehen ein guter Standort, da die Telekom dort bereits vor längerer Zeit die Voraussetzungen für einen Glasfaseranschluss geschaffen habe. Der Nachteil im ländlichen Raum: Es gebe oft nur einen Anbieter und damit keine Möglichkeit für die Firmen, verschiedene Angebote zu vergleichen. "Es wäre schön, wenn mehr Konkurrenz da wäre", sagt Mantel.

Etwas kompliziert sei es am Standort in Grub am Forst gewesen. "Da musste die halbe Ortschaft aufgebuddelt werden", sagt Mantel. Die Kosten für einen solchen Vorgang könnten durchaus im oberen fünfstelligen Bereich liegen. Der Hauptkostenfaktor seien dabei die Tiefbauarbeiten. "Wir lassen uns daher immer eine Überkapazität legen." Dann brauche es keinen zweiten Ausbau zu einem späteren Zeitpunkt.

Tendenz stark steigend

"Bandbreite ist für uns sehr wichtig", sagt Patrick Mantel - besonders für die schnelle Verbindung zu Wartungspartnern, Lieferanten und Dienstleistern. "Wir verdoppeln unsere Datennutzung alle 22 Monate. Das ist seit etwa 13 Jahren so. Ein Trend, der sich nicht nur in der Wirtschaft, sondern ganz ähnlich auch bei privaten Haushalten beobachten lässt. Für Mantel ist die Tendenz für die Zukunft daher klar: "Der Geschwindigkeitshunger wird nicht aufhören."