Sein Atelier liegt direkt neben dem Wohnhaus. Die Wände sind nahezu komplett mit seinen Werken bedeckt. In der Mitte des kleinen, engen Raumes steht ein Tisch mit unzähligen Pinseln und kleinen Farbdosen. Der Boden ist als Schutz mit einem einfachen Kunststoffteppich abgeklebt. Es riecht nach Farbe.
Das ist das Reich von Georg Partheymüller. "Hier kann ich immer gleich loslegen, wenn ich eine Idee umsetzen möchte", sagt er. Der 80-Jährige erzählt von der Vergangenheit, als er noch einem berühmten Maler nachgeeifert hat. Dabei kommt aber sofort seine bescheidene Art zum Vorschein: "Mit ihm verglichen werden will ich aber nicht. Behalten Sie das für sich."
Ein Leben ohne Pinsel und Farbe kann sich Georg Partheymüller kaum vorstellen. "Ich habe schon immer viel gezeichnet. Wenn die anderen Kinder in der Schule gerechnet haben, habe ich irgendetwas gemalt", erzählt der Pensionär mit einem Lächeln.
Obwohl er sich 1958 selbstständig machte und ein Maler- und Putzgeschäft gründete, hat er immer Zeit gefunden, seine künstlerische Ader auszuleben. So entstanden im Lauf der Jahrzehnte hunderte Gemälde und kunstvolle Malereien an Außenfassaden. "Wie viele Sachen ich gemalt habe, zähle ich schon lange nicht mehr."
Das glaubt man ihm spätestens, wenn man in seinem Atelier die enge, steile Treppe hinaufgeht. In der zweiten Etage hat er sich eine Art Wohnzimmer eingerichtet. Der obere Raum ist größer als der untere, dennoch kann der Besucher an allen Wänden viele kunstvolle Bilder betrachten. Alle sind natürlich von Georg Partheymüller selbst gemalt.

Immer noch als Maler aktiv


Noch heute kann der Marktgraitzer, der kürzlich 80. Geburtstag feierte, den Pinsel nicht auf die Seite legen. "Wenn ich ein interessantes Motiv sehe, muss ich davon gleich eine Skizze machen und das dann möglichst bald malen", sagt Partheymüller.
Zu seinen Spezialitäten gehören auch Wandmalereien an Außenfassaden und riesige Landschaftsbilder, die er in Rathäusern, Saunalandschaften oder in Wohnungen von Privatpersonen malt. "Das größte Werk von mir ist 20 Meter lang und fast vier Meter hoch. Dafür habe ich mehrere Wochen gebraucht", sagt er.

Entwürfe stammen von ihm selbst


Einen Namen in Oberfranken hat er sich auch deshalb gemacht, weil er fast alle seine Werke selbst entwirft. Das Nachmalen von berühmten Bildern kommt für ihn nicht in Frage. "Viel lieber mache ich mir selbst Gedanken, was ich zeichnen möchte. Die Entwürfe stammen immer von mir." Dabei faszinieren ihn besonders Landschaftsbilder aus der Region. Angesprochen auf die schwierigen Motive, sagt er entspannt: "Beim Malen fällt mir nichts wirklich schwer."
Das Talent liegt dabei in der Familie. So hat seine Tochter Kunst in München studiert und das Malergeschäft wurde 1994 an seinen Sohn übergeben. Mittlerweile beschäftigt der Betrieb über 30 Angestellte und ist weit über Marktgraitz bekannt. Georg Partheymüller wohnt direkt neben dem Firmengelände und ist immer noch regelmäßig im Malerbetrieb anzutreffen.
Wer ihn als altmodisch bezeichnet, liegt falsch. In den vergangenen Jahren hat er seinen Malstil geändert: "Heute male ich nicht nur Landschaften genau nach, sondern auch viele abstrakte Sachen. Das ist nochmal eine andere Herausforderung", sagt er.
Selbst die jugendlichen Graffitisprayer stoßen bei ihm nicht auf völlige Ablehnung. "Vieles davon ist natürlich hässlich. In der Szene gibt es aber auch einige wirkliche Künstler, die großes Talent haben."
Auf seinem großen Anwesen in Marktgraitz wird dem Besucher außerdem schnell klar, dass die Familie Partheymüller nicht nur mit Farbe umgehen kann. Der künstlerisch gestaltete Garten hat viele kleine Besonderheiten zu bieten. So sind Skulpturen, ein kleiner Teich oder etwa eine Dusche im Freien stilvoll im Garten verteilt.
Am Ende des Rundgangs öffnet Georg Partheymüller noch eine unscheinbare Tür. Sie führt zur Garage, dem Reich seines Sohnes. Hier haben ein Auto, ein Motorrad, eine Bar und ein großer Fernseher Platz gefunden. "Hier sitzt mein Sohn oft mit Kunden", sagt Partheymüller. Statt auf diese Gegenstände einzugehen, zeigt er die Wände, die er gemeinsam mit seinem Sohn in verschiedenen Techniken gestaltet hat. Vor allem darauf ist er stolz.