Seelennarben ist ein Präventionsfilm gegen sexuelle Gewalt für die Opferschutzgesellschaft Weißer Ring. Ihr Sitz ist in Mainz. Der Film aber entsteht im Landkreis Lichtenfels. "Wir möchten dieses heimische Projekt unterstützen", so Jörg Hoepfner, Pressesprecher des Baur-Versands. Aber hinter dieser Geschichte einer Unterstützung steckt selbst schon wieder eine Geschichte.
Es geht um Korruption und wie man ihr vorbeugt. Aufgrund strenger Geschenke- und Antikorruptionsrichtlinien ist es Mitarbeitern der Baur-Gruppe untersagt, Geschenke und Zuwendungen von Geschäftspartnern entgegenzunehmen. Die Geschäftspartner und Lieferanten Baurs wissen das auch, denn sie erhielten Briefe, wonach darum gebeten wurde, dass wenn man dennoch eine Freude bereiten wolle, man dies in Form einer Geldspende dem Regens-Wagner-Werk zukommen lassen solle. Aber dennoch: Am vergangenen Weihnachtsfest gingen dennoch ein Stollen hier, ein Schlüsselanhänger dort, Feuerzeuge, Kalender oder Weinflaschen ein. Gut gemeinte Nettigkeiten, die in der Geschäftswelt üblich sind und in den allermeisten Fällen auch nur ein kleines Dankeschön darstellen.
Aber wohin nun damit? Es wurde eine Tombola eingerichtet, durch deren Erlös der Weiße Ring begünstigt werden sollte. "Ja, die Kollegen schätzen den Weißen Ring", so Hoepfner über die Akzeptanz des Verwendungszwecks bei der Belegschaft. "Viele Mitarbeiter haben gleich mehrere Lose gekauft", versicherte Hoepfner. Eine dieser Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen, die sich an der Tombola beteiligte, ist die Auszubildende Natalie Alter. "Ich fand den Hintergrund schon sehr gut, dass man einen sozialen Zweck unterstützen kann. Gerade als Frau beschäftigt man sich mit solchen Dingen", so Alter zur Thematik, die der Film Seelennarben behandelt.
Mit Klaus und Tanja Fugmann, zwei Drehbuchautoren, sowie den Außenstellenleitern Alfons Hrubesch und Peter Bürgin, zuständig für die Gebiete Lichtenfels, Kronach und Kulmbach, nahm Hoepfner Rohschnitte der schon abgedrehten Filmszenen aus Seelennarben in Augenschein. Ein "unterbeleuchtetes Thema" sei die Thematik, meinte er dazu.