"Es tut so weh, dass Du jetzt gehst", sangen die Jungen und Mädchen - und in der ersten Reihe der proppenvoll gefüllten Aula saß gerührt die Frau, der diese Worte galten. Emotional und bewegend wurde Fachlehrerin Barbara Deuber in der Adam-Riese-Schule Bad Staffelstein in den verdienten Ruhestand verabschiedet.
Dass Schüler und Lehrer in den vergangenen Wochen Lieder und Tänze einstudierten, kommt nicht von ungefähr: 33 Jahre lang war Barbara Deuber Lehrerin, ab 1982 abschnittsweise und seit 1990 ununterbrochen in der Bad Staffelsteiner Adam-Riese-Schule. Sie unterrichtete Werken/Textiles Gestalten, Technik, Wirtschaft sowie Informatik. Das sind alles aber nur nüchterne Fakten. Barbara Deuber - 2011 wurde die Pädagogin zur Fachoberlehrerin befördert - kam mit allen gut aus.
Oder wie es Heiko Hartan vom Elternbeirat in seinen an Deuber gerichteten Worten ausdrückte: "Lehrer zu sein ist nicht nur ein Beruf, es ist eine Berufung - und Sie haben das hervorragend vorgelebt."

Immer offenes Ohr gehabt

Auch Rektorin Astrid Balzar dankte für die faire und harmonische Zusammenarbeit. Neben der fachlichen Kompetenz hob sie wie die anderen Redner auch die menschliche Art Deubers hervor: "Nicht nur Sachverstand und Optimismus zeichneten Dich bei deiner Arbeit aus, liebe Barbara - vor allem hattest Du aber immer für alle ein offenes Ohr." Den Glückwünschen schloss sich auch Bürgermeister Jürgen Kohmann (CSU) an: "Auch von meiner Seite und im Namen der Stadt ein herzliches Dankeschön - Sie haben die Geschichte der Adam-Riese-Schule mitgeschrieben."
Die Reden waren an diesem Vormittag in der Aula aber bewusst kurz gehalten. Lächelnd und mit ein wenig feuchten Augen erfreute sich Barbara Deu ber an den Darbietungen, mit denen Schüler und Lehrer "Ade" sagten.
"Du bist das Beste, was mir je passiert ist", trällerte der Mittelschulchor und auch das Lied der Grundschüler klang wie eine vertonte Umarmung: "Immer warst Du nett und freundlich, auch im Chaos bliebst du ruhig." Auf amüsante Art und Weise brachten die Achtklässler einen Sprechgesang zu Gehör, mit welchem "Problemchen" der Schüler Barbara Deuber an einem "ganz normalen Schultag" konfrontiert worden sei - vom Anruf, dass der Server abgestürzt ist, bis zum Schüler, der im Unterricht das Drucken nicht hinbekommt.
Sehenswert war auch der von der Klasse 2a aufgeführte "Ungarische Tanz".
Dass sie sich hier in der Adam-Riese-Schule immer wohlgefühlt hat, das brauchte Barbara Deuber an diesem Vormittag nicht zu sagen - das sah man an ihren Augen, ihrem Blick, den Begegnungen mit Schülern, Kollegen, Schulleiterin, Eltern.

Perspektiven geben

Dennoch trat die scheidende Pädagogin freilich ans Mikrofon, sagte mit dem berühmten Kloß im Hals: "Danke an alle für die schöne Zeit hier und für den tollen Abschied. Es war mir immer wichtig, mit meiner Lehrertätigkeit Euch, lieben Schülern, ein Stück Perspektive für eure Zukunft zu geben." Mit "Und am Montag wartet auf Euch ein Eis" schloss sie auf fröhliche Art und Weise ihre Rede, trat begleitet von tosendem Applaus von der Bühne herunter.
Nach einem gemeinsam gesungenen Lied "Servus, mach's gut", bei dem Hunderte Menschen in der Aula den rockigen Refrain rhythmisch mitklatschten, gaben die ehemaligen Kollegin im Lehrerchor Barbara Deu ber "Irische Segenswünsche" mit auf den Weg.
Was wird Barbara Deuber nun machen? Zum einen genießt sie ihre freie Zeit. Nur die Hände in den Schoß legen, sind einer lebensfrohen und aktiven Frau wie ihr zu langweilig. An ein Schaukelstuhl-Dasein verschwendet sie keinen Gedanken: "Ich habe mich ab September zu einem Malkurs angemeldet, möchte mehr Zeit mit Familie und Freunden verbringen sowie das gerade in unserer Region vielfältige kulturelle Angebot nutzen. Auch könnte ich mir vorstellen, eine soziale Aufgabe zu übernehmen."