Die große Überraschung blieb aus, denn es gab nur zwei Verschiebungen unter den insgesamt 24 Sitzen der fünf Fraktionen: Die Staffelsteiner Bürger für Umwelt- und Naturschutz (SBUN), die gemeinsam mit B90/Die Grünen kandidiert hatten, bekamen drei Sitze - einen mehr als bisher. Die SPD büßte einen Sitz ein und ist künftig mit zwei Räten im Gremium dabei. Die CSU hat im neuen Stadtrat neun Sitze, die Jungen Bürger haben vier und die Freien Wähler sechs (alle wie bisher). Die AfD ist nicht im Stadtrat vertreten.

Kein Stadtratsmandat erreichten bei der CSU Andreas Pfarrdrescher und Udo Möhrstedt; dafür wechselt Sabine Scheer von den Jungen Bürgern zur CSU und Monika Hohlmeier kommt neu zur CSU-Fraktion hinzu. Bei den Jungen Bürgern kommt Christina Gründel neu hinzu.

Bei den Freien Wählern verfehlte Hans Bramann die erforderliche Stimmenzahl und wird nicht mehr im Gremium vertreten sein. Neu in der FW-Fraktion wird Jörg Breidenbach sein. Die SPD verliert mit Georg Müller einen Stadtrat; künftig gehören der SPD-Fraktion noch die beiden bisherigen Ratsmitglieder Dieter Leicht und Harald Konietzko an.

Stimmen zur Wahl

Werner Freitag (SBUN): "Wir haben mit 3,7 Prozent die meisten Zugewinne von allen Parteien - wir hätten fast ein viertes Stadtratsmandat geholt. Für uns war die Kommunalwahl ein voller Erfolg." Besonders freut er sich darüber, dass mit der 23-jährigen Rica Kohmann und mit Sandra Nossek zwei Frauen neu in den Stadtrat einziehen können. Der bisherige SBUN-Stadtrat Klaus Schnapp hatte nicht mehr kandidiert.

Winfried Ernst (FW): "Grundsätzlich ist es erfreulich, dass wir rund 2000 Stimmen mehr bekamen. Es tut mir Leid, dass Hans Bramann dem Gremium nicht mehr angehört. Doch ich freue mich, dass mehr junge Menschen im Stadtrat vertreten sind."

Christian Ziegler (JB): "Wir sind hoch zufrieden mit dem Ergebnis. Das zeigt uns, dass wir kompetente Kandidaten aufstellten - ein junges und engagiertes Team."

Jürgen Hagel (CSU): "Das Ergebnis war im ersten Augenblick schon enttäuschend, weil wir rund drei Prozentpunkte und rund 2000 Stimmen im Vergleich zur letzten Wahl verloren. Doch in dieser Zusammensetzung ist eine gute Stadtratsarbeit in den nächsten sechs Jahren möglich."

Dieter Leicht (SPD): "Wir sind enttäuscht, weil wir kräftig Stimmen verloren haben. Wir haben leider keine Galionsfigur wie den Lichtenfelser Bürgermeister Andreas Hügerich. Besonders weh tut es mir, dass Georg Müller nicht mehr im Stadtrat und Kreistag vertreten sein wird."

Von 8980 Stimmberechtigten haben am Sonntag 5255 ihre Kreuzchen gemacht; insgesamt wurden 112 735 gültige Stimmen abgegeben. Bei der CSU holte Hans Josef Stich die meisten Stimmen (4475) vor Jürgen Hagel (3361), Sabine Scheer (2652), Rosi Jörig (2598) und Monika Hohlmeier (2564). Bei den Freien Wählern erhielt Winfried Ernst 3513 Stimmen, gefolgt von Erwin Richter (2270), Volker Ernst (2075), Bärbel Köcheler (1880) und Manuel Schrüfer (1829). Holger Then ist mit 3036 Stimmen bei den Jungen Bürgern der Kandidat mit den meisten Stimmen, gefolgt von Christian Ziegler (1373), Tobias Dusold (1362) und Christina Gründel (1184). Sandra Nossek holte die meisten Stimmen (1622) für die SBUN, gefolgt von Werner Freitag (1586) und Rica Kohmann (1136). Bei der SPD erhielt Harald Konietzko 1663 Stimmen und Dieter Leicht 1544.

Viele Aufgaben mitgenommen

CSU-Stadträtin Rosi Jörig fasst zusammen, was sicher für alle Parteien gilt: "Wir waren bei vielen Wahlveranstaltungen, wo die Leute uns viele Dinge mit auf den Weg gaben - jetzt heißt es anpacken und all das umsetzen."

Der neue Staffelsteiner Stadtrat konstituiert sich im Mai.

24 Stadtratsmandate

Im künftigen Staffelsteiner Stadtrat mit 24 Sitzen haben die einzelnen Parteien die folgende Zahl an Mandaten (in Klammern die bisherige Zahl der Stadtratsmandate): CSU 9 (9), JB 4 (4), FW 6 (6), SPD 2 (3), Grüne/SBUN 3 (2). Die Wahlbeteiligung lag bei 58,5 Prozent.