Seit 1772 thront die Basilika Vierzehnheiligen hoch oben auf dem Berg, und aus kilometerweiter Entfernung kann man ihre Türme erblicken. Seit Sommer letzten Jahres sind diese allerdings eingerüstet. Das wird sich auch bis zum Herbst 2015 nicht ändern, wie Ulrich Delles von der Abteilung Hochbau des Staatlichen Bauamts in Bamberg verrät.

Das Staatliche Bauamt ist für die Basilika verantwortlich und nahm daher im Juli 2013 die Arbeit auf und die damit verbundene Herausforderung an. Grund für die ungeplanten Bauarbeiten war, dass sich Ende Juli ein 50 Zentimeter langer Strahl aus Kupferblech aus dem Kranz der Spitze des südwestlichen Turms gelöst hatte und herunter fiel.


Ein Spezialkran brachte Klarheit

Der Absturz weiterer Teile war nicht auszuschließen, weswegen das Staatliche Bauamt Bamberg sofort handeln musste: Ein Spezialkran wurde aufgestellt, um den Schaden oben auf den Türmen zu begutachten: Die Strahlenkränze waren von der Witterung ausgezehrt und die Nieten, mit denen die einzelnen Strahlen befestigt wurden, waren locker.

Komplette Einrüstung nötig

Nach der ersten Analyse in luftiger Höhe erwiesen sich außerdem die Turmspitzen als "wackelige Konstruktion", da in die hölzerne Unterkonstruktion Wasser eingedrungen war. Die beiden Turmspitzen wurden dann abgenommen und in die Spenglerei Tröppner nach Lisberg gebracht. Dazu mussten beide Türme komplett eingerüstet werden. Alleine die Einrüstung kostet 200.000 Euro. Außerdem wurden massive Schäden am Sandstein festgestellt.
Da das Gerüst sowieso schon stand, entschied man sich dafür, auch diese 1000 Quadratmeter Sandsteinflächen zu restaurieren. Damit wird im kommenden April oder Mai begonnen. Die Strahlenkränze sind mittlerweile restauriert und in glänzendem Gold wieder montiert worden. Danach konnte das Gerüst an den Spitzen abgenommen werden.
Das, was nun noch stehen bleibt, wird bis Herbst 2015 stehen, sagt Delles, da die nun kommenden Arbeiten am Sandstein eine gewisse Zeit erfordern. "Der Sandstein war einfach in zu schlechtem Zustand. Wäre der Strahl nicht abgebrochen, hätten wir das nicht gemerkt, aber als wir es gesehen hatten, mussten wir handeln", sagt der Bauamtsmitarbeiter.
Die Kosten für das Gesamtprojekt werden sich laut Delles auf rund 1,8 Millionen Euro belaufen. "Der größte Teil kommt jetzt mit den Natursteinarbeiten noch", sagt er, "daher können wir die Endsumme noch nicht genau beziffern. Die nun anstehenden Arbeiten belaufen sich auf plus/minus 1.000.000 Euro." Da das Baugewerbe momentan allerdings gut ausgelastet sei, seien die Preise relativ hoch. Außerdem seien Schwankungen bis zu zehn Prozent nicht ungewöhnlich. Für die Kosten kommt der Freistaat Bayern auf.