Für Marco Fischer ist es eine völlig selbstverständliche Sache, bei der Feuerwehr dabei zu sein. "Das sind bei uns in Messenfeld doch alle", sagt der 16-Jährige. Jetzt, nach gut einem Jahr bei der aktiven Mannschaft, steht für ihn der erste große Termin an: die Leistungsprüfung. Gemeinsam mit acht weiteren Aktiven, davon fünf aus Oberbrunn, zeigt er den drei Schiedsrichtern, dass er fit für den Ernstfall ist.
Dass die Messenfelder und Oberbrunner bei der Leistungsprüfung zusammenarbeiten, ist eine Premiere. Horst Amon, der Vorsitzende des Oberbrunner Feuerwehrvereins, freut sich über diese neue Verbindung: "Wir haben uns vorgenommen, diese Freundschaft mit gemeinsamen Übungen weiter auszubauen." Marco Fischer wird da künftig sicher mit dabei sein.
Für ihn war das Auswärtsspiel in Oberbrunn schließlich keine außergewöhnliche Sache. Man kennt sich ja innerhalb der jungen Generation. Deshalb sagten die drei Messenfelder sofort zu, als sie vom Oberbrunner Gruppenführer Martin Schmidt darauf angesprochen wurden, ob sie nicht Lust hätten, bei der Leistungsprüfung mitzumachen. "So hatten wir keinen Wiederholer dabei", freut sich Horst Amon.
Fünf Wochen haben die jungen Aktiven aus den beiden Fast-Nachbarorten gemeinsam geübt. "Am Anfang lief alles nicht so toll", erinnert sich Marco, der auf die zehnte Klasse in der Staffelsteiner Realschule geht.
Aber jetzt, bei der Abnahme der Leistungsprüfung, läuft der Einsatz der Gruppe wie am Schnürchen. "Eine super Sache. Ich habe keinen Fehler gesehen, tadellose Arbeit", sagt Kreisbrandmeister und Schiedsrichter Siegfried Hammrich, während neun junge Männer bei der Abschlussbesprechung in Reih und Glied dastehen und grinsen wie Honigkuchenpferde. Das Lob haben sie sich aber auch redlich verdient.

Nachwuchs ist gut ausgebildet


Gerhard Elflein ist für die Leistungsprüfung die paar Kilometer von Birkach herunter gefahren. Auch er als Kreisbrandinspektor (KBI) ist zufrieden mit dem, was er gesehen hat: "Die Jungs haben gezeigt, dass sie ihr Handwerk verstehen." Dass heuer weder die Oberbrunner noch die Messenfelder im Alleingang in der Lage waren, eine Gruppe für die Leistungsprüfung zusammenbekommen, nimmt Elflein gelassen hin.
"Die Zeiten, zu denen wir auch in kleinen Orten vier oder fünf Gruppen auf die Beine brachten, sind eben vorbei", sagt der KBI.
Dass man da über manchmal lieb gewordene Ortsgrenzen hinaus zusammenarbeiten müsse, sei heutzutage normal.
Hauke Petersen (CSU), der Zweite Bürgermeister der Gemeinde Ebensfeld, sieht dies genauso: "Wenn die Messenfelder und Oberbrunn hier an einem Strang ziehen, dann ist das gelebte Kameradschaft."
Für Marco Fischer ist es nach seiner gelungenen Leistungsprüfung klar, dass er auch in Zukunft bei der Feuerwehr bleiben wird. Nicht nur, um im Ernstfall anderen Menschen helfen zu können. Er findet es auch gut, dass sich die Feuerwehr in Messenfeld enorm für das dörfliche Leben engagiert. Da ist es für ihn einfach "Ehrensache", aktiv mit von der Partie zu sein.