Ebensfeld
Abbau

Geht der Bahnhof wirklich auf Reisen?

Der Ebensfelder Bahnhof muss weg. Weil die ICE-Trasse künftig mit vier statt mit zwei Gleisen durch den Ort führt, muss das Gebäude aus der Mitte des 19. Jahrhunderts weichen. Ein grobes Konzept gibt es zwar, doch das ist umstritten. Einen Entschluss will der Marktgemeinderat im September fällen.
Der Ebensfelder Bahnhof muss der ICE-Trasse weichen. Ob er anderswo wieder aufgebaut wird, ist noch nicht sicher. Foto: Matthias Einwag
"Wenn du dein' Bahnhof ned umsetz'n tätst, hätt' mer Geld für annera, wichtigera Sach'n." Solche und ähnliche Sätze muss sich Bürgermeister Bernhard Storath (CSU) oft anhören. "Als ob das mein Bahnhof wäre!", kommentiert er verärgert. Der Bahnhof gehöre immer noch der Deutschen Bahn, sagt Storath. Gemeinsam werde lediglich eine Nutzungsmöglichkeit für das historische Gebäude gesucht. Denn ohne ein solches Konzept sei das Versetzen des Sandsteinbaues unsinnig.
Doch gerade da scheiden sich die Geister in Ebensfeld. Eine Mehrheit im Marktgemeinderat und in der Bürgerschaft gegen das Umsetzen des Bahnhofs zeichnet sich ab, sollte die Gemeinde die Trägerschaft einer wie auch immer gearteten Einrichtung übernehmen. Der qualifizierte Abbruch und das Umsetzen des Gebäudes aus der Mitte des 19. Jahrhunderts wäre zwar zu 90 Prozent mit Zuschüssen abgedeckt, doch der Unterhalt und die Nachfolgenutzung könnten sich zu einem Draufzahlgeschäft für die Gemeinde entwickeln.

Bisher nur vage Vorstellungen


Konkretes ist noch nicht entschieden. Der Ebensfelder Marktgemeinderat wird in der Septembersitzung entscheiden, wie sich die Kommune verhalten soll. Bürgermeister Storath kann sich zum Beispiel vorstellen, dass eine Begegnungsstätte für Jung und Alt in dem Gebäude entsteht. Zahlen für die neue Nutzung lägen laut Storath derzeit noch nicht vor. Doch erst wenn eine Prognose erstellt sei, könne das Kommunalparlament einen Entschluss fassen.


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