Beim "Tag der offenen Gartentür" im Lichtenfelser Stadtteil Roth konnten viele verborgene Gartenschätze entdeckt werden. Vom großzügigen Forsthausgarten bis zum neu angelegten Familiengarten, öffneten am Sonntag insgesamt acht Gartenbesitzer ihre Pforten.
Die ersten Besucher waren bereits am frühen Vormittag zu sehen, am Nachmittag wälzten sich Besuchermassen durch den Ort. Darunter waren Familien mit Kindern genauso anzutreffen, wie Radfahrer und ambitionierte Gartler. Die Rother Gartenfreunde hatten die Veranstaltung perfekt organisiert. An den Ortseingängen erhielt jeder Besucher einen Lageplan mit den teilnehmenden Familien. Die Gärten in Roth sind von einer Vielfalt an Pflanzen und Bäumen geprägt. Hier gibt es auch noch den traditionellen Bauerngarten mit einer Mischung von Zier- und Gemüsepflanzen. Daneben gab es manch lauschigen Sitzplatz zu entdecken.
Darüber hinaus sind die Rother Gartenanlagen auch eine Quelle für gute Ideen, auch unkonventioneller, aber immer interessanter. "Bei den Blattkakteen, die noch nicht blühen, habe ich ein Bild hingehängt", erzählt Udo Dippold. Der Gartenbesitzer hat sie in allen möglichen Farben. Dippold holt sich selbst gerne Anregungen bei anderen Gartenbesitzern. "Dabei tauscht man sich aus, und manche Pflanze wechselt den Besitzer". Bei der Familie Meixner wachsen auf kleinsten Raum eine Fülle von verschiedenen Obstbäumen, Beerensträuchern, Zierpflanzen und Gemüsearten in schönster Eintracht.
"Der Garten macht schon Arbeit, aber ich mache es gerne", gesteht Marianne Meixner. Jetzt im Sommer, wenn es lange hell ist, verbringt sie beinahe jeden Nachmittag im Garten. Verblühtes muss entfernt und die Topfpflanzen regelmäßig gewässert werden.
Marianne Meixner zieht seit Jahren ihre Tomaten an der Südseite ihres Hauses in Töpfen. Diese dürfen bereits Mitte April ins Freie. Abends werden sie mit einem Watteflies abgedeckt. Patrik Zenk zeigt den Besuchern nicht nur seinen Garten, sondern auch eine Fotoserie mit den verschiedenen Entwicklungsstadien des Gartens. Im Februar 2010 hatte er den ersten Stein einer Hangmauer gesetzt, beim Bau sind ihn die Ideen gekommen. "Alles ist zu 100 Prozent Eigenleistung", freut er sich.
In dem großzügig angelegten Bauerngarten von Andrea Mahr können die Besucher einen ganz traditionellen Bauerngarten bewundern. Die Gartenbesitzerin versorgt zwei Familien mit frisch geerntetem Salat und Gemüse. "Oft gehe ich nach der Stallarbeit direkt in den Garten", sagt Andrea Mahr.
Neben den Gärten begegnen dem Besucher in Roth auch Tiere. Bei Familie Funk, die das älteste Haus im Ort bewohnt, sind es Kälbchen. "Da gehen besonders die Kinder gerne hin", berichtet Hausherr Lorenz Funk.
Wasser spielt im Garten von Reinhold und Barbara Schmidt eine Rolle. Ein Bächlein windet sich einige Meter in einen Gartenteich. Bei der Familie Pülz stechen besonders die vielen verschieden Rosen ins Auge. Dass die Gärten über den ganzen Ort verstreut liegen, ist kein Nachteil. Im Gegenteil: "Mit einem Blick über den Gartenzaun kann man sich auch Gärten anschauen, die nicht ihre Türen geöffnet haben", erklärt ein Besucher.