Mit buchstäblichem Feuereifer gestalteten die Mitglieder der Freiweilligen Feuerwehr am Wochenende ein Mitmach-Programm. Den ganzen Samstagnachmittag über konnten sich Besucher an verschiedenen, aufwendigen Stationen rund um das Feuerwehrhaus selbst ausprobieren. Gruppenführer Holger Reinlein stellte an der ersten Station "Wasser" das neueste Tanklöschfahrzeug mit einem Fassungsvermögen von 4000 Litern vor. "Mit dem Wasserwerfer auf dem Dach kann die Menge aber auch ohne Probleme innerhalb von zwei Minuten zum Löschen eingesetzt werden", sagte er.

Auch das Hilfeleistungslöschfahrzeug an der zweiten Station ist in diesem Jahr schon mehrmals genutzt worden. An der Rettungsschere und dem Hebekissen führten Feuerwehrmitglieder vor, wie Verletzte bei einem Unfall aus dem Auto herausgeschnitten oder unter einem Fahrzeug hervorgeholt werden können.
"Unsere Fahrzeuge kommen wirklich zum Einsatz und stehen nicht nur als Spielzeuge herum", betonte Holger Reinlein.
Ordentlich eingeheizt wurde den Besuchern an der nächsten Station: Dort veranschaulichten die Feuerwehrleute mit einer imposanten Stichflamme, was passiert, wenn heißes Fett in einer Pfanne unachtsam mit Wasser überschüttet wird. Außerdem durften sich die kleinen Besucher am Feuerlöscher versuchen, wobei sie besonders auf die wechselnde Windrichtung achten mussten. "Die wenigsten haben selbst schon einen Feuerlöscher in der Hand gehabt, oder wieder vergessen, wie er funktioniert", meinte Holger Reinlein. Auf ihrer Homepage und Facebook-Seite gibt die Feuerwehr deshalb regelmäßig Tipps, um Brandfälle im Haushalt zu vermeiden.
Viel Mühe hatten die Mitglieder auch in die vierte Station gesteckt: Der Umkleideraum des Feuerwehrhauses wurde in Diskonebel gehüllt und den Besuchern dann der Umgang mit der Infrarotkamera und einer Fluchthaube gezeigt.

Hoch hinaus wagte sich Gruppenführer Stephan Trapper von der Dispogruppe Absturzsicherung, als er das Abseilen in Gefahrensituationen vorführte. Durch solche Mitmach-Aktionen möchten die Vereinsmitglieder vor allem Kinder, aber auch Frauen und Spätberufene für den Feuerwehrdienst anwerben. Derzeit zählt die Bad Staffelsteiner Truppe 73 aktive Mitglieder, davon zwölf Frauen. "Mit den Zahlen sind wir momentan zufrieden", erzählte Holger Reinlein. "Aber wir müssen eben immer weiter daran arbeiten - Stillstand bedeutet Rückschritt." Seit dem Jahr 2013 lernen die 30 Mitglieder der Kinderfeuerwehrgruppe "Löschquerkerla" die altersgerechte Heranführung an die Feuerwehrarbeit. Ab zwölf Jahren beginnt die Jugendarbeit, vier Jahre später dürfen die Mitglieder bei Einsätzen mitfahren, ab 18 in den aktiven Dienst übertreten. "Unsere Mitglieder stammen aus allen möglichen Berufsgruppen. Und egal, ob man eher technisch begabt oder sportlich ist, jeder kann sich hier verwirklichen."