Mit dem Abschluss der Flurbereinigung und der Dorferneuerung in Buch am Forst, Birkach am Forst und Obersiemau hat das Amt für Ländliche Entwicklung Bamberg wieder einen Meilenstein für die Bewahrung des vitalen ländlichen Raums gesetzt. Nicht nur die Gleichwertigkeit der Bedingungen in Stadt und Land war ein Ziel, sondern den Menschen sollte eine lebens- und liebenswerte Heimat geboten werden. Die Landwirte freuen sich über die Flurneuordnung, die zukunftsgerechte Arbeitsbedingungen schafft. Die Folge ist eine effizientere Bewirtschaftung größerer Flächen, die mit neuen Wegen besser erreichbar sind.

In der Dorferneuerung wurde das Ziel erreicht, die Lebens-, Wohn- und Arbeitsbedingungen zu verbessern. Eine besondere Stärke lag in der Präsenz des Fachpersonals vor Ort und dem Engagement der örtlichen Vorstandsmitglieder aus den beteiligten Dörfern. Von der Planung bis zur Umsetzung der Projekte stand kontinuierlich fachliches Knowhow mit den jeweiligen Vorsitzenden der Teilnehmergemeinschaft (TG), die als Diplom-Ingenieure für diese Aufgabe qualifiziert waren, zur Verfügung. Die Maßnahme beinhaltete das Grundprinzip Bürgermitwirkung.

Abschluss nach drei Jahrzehnten


Trotz ICE-Neubaustrecke und der neuen Autobahn 73, konnte der dörfliche Charakter in den einzelnen Ortschaften nicht nur erhalten bleiben, sondern durch zahlreiche Maßnahmen verbessert werden. In Bir kach am Forst wurden der Vorplatz des Feuerwehrhauses und die Bushaltestelle neu gestaltet. Ansprechend präsentieren sich die Felsenkellereingänge in der Neugasse. In Obersiemau wurde der Dorfanger mit Spielplatz und ein Bolzplatz geschaffen.

Buch am Forst erhielt einen neuen Dorfplatz mit Laufbrunnen. Mit rund 49 600 Euro wurde das Dorfgemeinschaftshaus mit Feuerwehrgerätehaus gefördert. Die Baumaßnahme kostete etwa 179 000 Euro.
Doch nicht nur die öffentlichen Straßen und Plätze konnten attraktiv gestaltet werden, sondern auch die privaten Anwesen mit ihren Gebäuden, den Hofräumen und Vorgärten. Sie prägen in besonderem Maße das Erscheinungsbild eines Dorfes. Die Dorferneuerung nur auf öffentliche, gemeinschaftliche Bereiche zu beschränken, wäre daher ein unzureichender Ansatz. Gerade die Investition privater Bauherren in leerstehende Bausubstanz, vakante alte Gebäude und in die Modernisierung nicht mehr zeitgemäßer Häuser verhindert, dass die Ortskerne aussterben. Zudem gilt: Wer im Dorf Bestehendes revitalisiert und darin investiert hat, baut nicht in die Landschaft hinaus. Deshalb bot das bayerische Dorferneuerungsprogramm investitionsbereiten Haus- und Hofbesitzern finanzielle Unterstützung an. Gut 120 Haushalte in den drei Orten nutzten diese Möglichkeit und wurden mit zirka 380 000 Euro aus diesem Programm gefördert. Etwa 2,45 Millionen Euro Investitionen wurden dadurch ausgelöst.

Wenn am 10. August der Gedenkstein eingeweiht wird, ist eine über 30-jährige Planung und Durchführung abgeschlossen. Auch zwei Verkehrsprojekte Deutsche Einheit - Neubau der Autobahn Lichtenfels-Suhl und der ICE-Strecke Ebensfeld-Erfurt - wurden bei der Projektbearbeitung berücksichtigt.
Der Gedenkstein wurde von Bildhauer Helmut Osterlänger aus Lichtenfels gestaltet und zeigt auf der Vorderseite die Ähren der hier angebauten Getreidesorten, die Jahreszahlen 1981-2012 und auf den weiteren drei Seiten die beteiligten Orte.

Rückblick


Zum Auftakt des Festakts wird der örtliche Beauftragte der TG Buch am Forst, Reinhart Freiherr von Stockmar von Wangenheim, am Freitag, 10. August, um 18 Uhr die Gäste begrüßen. An der Landkreisgrenze an der ehemaligen Bundesstraße 289 zwischen Obersiemau und Buch am Forst werden neben Bürgermeisterin Bianca Fischer (CSU) aus Lichtenfels und Bürgermeister Michael Bosecker (SPD) aus Untersiemau viele langjährige Wegbegleiter erwartet. Die ökumenische Weihe führen Pfarrer Heinrich Arnold aus Untersiemau und Dekan Pfarrer Roland Huth aus Coburg durch. Anschließend wird das Ereignis im Zelt der Feuerwehr auf dem Dorfplatz gefeiert. Für die musikalische Umrahmung sorgt das Spezial-Prinz-Eugen-Quintett aus Untersiemau.
Am 16. Oktober 1980 wurde das Flurbereinigungsverfahren Buch, Obersiemau und Birkach am Forst angeordnet. Am 9. März 1981 nahmen die örtlichen Vorstandsmitglieder ihre Arbeit auf. Im Frühjahr 1983 erfolgten die Wertermittlung der Einlageflurstücke und der Wegenetzentwurf. Bereits 1985 begann der Ausbau von Wegen. Zwei Jahre später plante Architekt Reiner Hochberger in Obersiemau den Dorfanger, in Birkach am Forst die Felsenkellereingänge, die Bushaltestelle und den Vorplatz vor dem Feuerwehrhaus. 1988 wurden umfangreiche Bepflanzungen in der Flur durchgeführt - auch ein wertvoller Beitrag zum Umweltschutz. Es erfolgte die Bodenordnung für den Radweg an der B 289. Am 4. Juli 1990 wurden die Ergebnisse der Wertermittlung festgestellt. Am 1. November 1999 wurde Oberamtsrat Werner Liebisch neuer Vorsitzender der Teilnehmergemeinschaft. 2001 wurde der Dorfplatz in Buch am Forst ungestaltet, 2003 und 2004 der Dorfplatz in Birkach. 2002 erfolgte die Übertragung der neuen Grundstücksgrenzen im 885 Hektar großen Verfahrensgebiet. 2005 wurde Amtsrat Matthias Gebert Vorsitzender der TG und am 1. April 2010 Amtsrat Siegfried Käb-Bornkessel. Die letzte Teilnehmerversammlung fand heuer am 19. April statt.

Die Kosten


Die Gesamtkosten belaufen sich auf rund 3,7 Millionen Euro. Die Kosten für die Maßnahmen in der Flur betrugen rund 2,19 Millionen Euro. Davon wurden rund 1,37 Millionen in den Wegebau, für Gewässer und Bodenschutz investiert. Für die Bodenordnung wurden 490 000 Euro, für die Landespflege wurden knapp 333 000 Euro ausgegeben. Die Eigenleistung der Teilnehmer in der Flur beträgt etwa 180 000 Euro. Der Landzwischenerwerb schlägt mit 513 000 zu Buche. In der Dorferneuerung wurden etwa 995 000 Euro ausgegeben.
Gefördert wurden die Maßnahmen mit Mitteln der Europäischen Union, der Bundesrepublik Deutschland und des Freistaates Bayern. Die Gemeinde Untersiemau beteiligte sich mit rund 154 000 Euro, die Stadt Lichtenfels mit etwa 62 000 Euro an den Dorferneuerungsmaßnahmen in den Ortsteilen.