5. 30 Uhr - vereinzelt stehen Personen vor dem Media-Markt. Es ist dunkel, im Markt brennt schon Licht, flimmern schon die Fernseher. 5.40 Uhr - es haben sich kleine Gruppen gebildet. 5.50 Uhr - die Gruppe wurde zur Traube aus 40, 50 Personen. 6 Uhr Einlass. Der erste Laden, der im Fachmarktzentrum öffnet.

Das Betreten geschieht unter Beifall der Marktmitarbeiter. Sie haben sich zum Applaus aufgestellt, manche von ihnen wollen diesen Moment festhalten und fotografieren die Eintretenden. Einer von ihnen ist Jannek Nohr aus Schney. Der 17-Jährige ist mit dem festen Vorsatz gekommen, sich ein Computerspiel zu kaufen. Für ihn ist dieser Moment ein Ereignis. Auf die Frage, ob ihn das noch heute noch zeitigere Aufstehen als sonst nicht etwas Mühe gekostet habe, gibt er ein "Ne, für Media-Markt nicht", zur Antwort. "Günstig und groß" seien die Vorzüge. Er bekennt sich als Media-Markt-Fan.

Philipp Hiller ist Schüler aus Lichtenfels. Sein Klassenkamerad Nicolai Betz ist bei ihm. Sie haben sich in den Gang mit Bügeleisen verirrt. Sie albern. Die beiden Jungs sind heute etwas früher aufgestanden. Allzu große Umstände habe das nicht gemacht, geben sie zu verstehen, denn immerhin müssen sie um 8 Uhr ja doch zur Schule gehen. Ein, zwei Stunden hin oder her, bereiten ihnen keinen Verdruss. "Wir haben uns den Wecker gestellt", sagt der 16-jährige Philipp und fügt noch an, dass man sich zu sechst hier verabredet habe, um sich das anzuschauen. So wie die beiden Jungs argumentieren noch einige Kunden im Laden. Sie seien hier, weil der Media-Markt ohnehin auf dem Weg zu ihrer Arbeit läge, also darum bedeute ihnen das frühe Eintreffen hier keinen Kraftakt. Philipp Hiller gehört jedenfalls zu den ersten Menschen des Tages, die in dem neuen Geschäft Geld gelassen haben. Einen USB-Stick für den Computer hat er gekauft. Mittlerweile wimmelt es in den Gängen vor Kunden. 6.20 Uhr.


Mobiles Expansionsteam im Einsatz


"Um 6 Uhr heutzutage jemanden auf die Beine zu bekommen, ist nicht einfach", befindet Markus Dütsch. Er ist Geschäftsführender Gesellschafter bei Media-Markt und spricht aus Erfahrung, wenn er sagt, dass 6 Uhr für seinen Konzern keine unübliche Zeit für eine Eröffnung darstellt. Eine Kollegin bemerkt dazwischen, dass es mancherorts in anderen Bundesländern sogar noch früher möglich war, dass in Bayern die Uhren aber anders gingen. Sie deutet an, dass es da wohl so etwas wie eine Mindestfrühe gibt, die es einzuhalten gelte.

Markus Dütsch verweist auf einen Kollegen aus der Media-Markt-Familie, einen Mann, der von weit her gekommen ist, um beim Aufbau des Marktes zu helfen. Oliver Hohmann gehört zum "Expansionsteam". Wo immer ein neuer Media-Markt entsteht, wo immer also Expansion stattfindet, sind Mitarbeiter wie er aus diesem Team vor Ort. Eigentlich kommt der Mann aus Hannover. Aber bei Neueröffnungen, neuen Märkten, ist er vor Ort. Er und das Team sind eine Art Einsatztruppe, die für die Dauer von zirka drei Wochen vor Eröffnung da ist, sich darum kümmert, dass der Laden so eingeräumt, so strukturiert, so aufgebaut ist, wie es die firmeneigene Philosophie vorsieht. Oliver Hohmann freut sich über den Anklang des Marktes so früh am Morgen. Bald reist er wieder ab, hin zur nächsten Markt-Eröffnung. Irgendwo in Deutschland. MH