Zwei Männer im Alter von 40 und 22 Jahren griffen zu einer außergewöhnlichen Variante des Rauschgiftschmuggels und transportierten Marihuana und Crystal Speed mit einer gemieteten Cessna von Tschechien nach Oberfranken. Trotzdem kamen die Rauschgiftfahnder der Kriminalpolizei Coburg den beiden auf die Schliche und nahmen sie am Dienstagnachmittag bei Lichtenfels fest. Sie sitzen mittlerweile in Untersuchungshaft.

Die beiden Männer aus den Landkreisen Lichtenfels und Bamberg waren in der Vorosterwoche auf dem Flugplatz Lichtenfels erschienen und hatten unter Vorlage einer ordnungsgemäßen Fluglizenz für den 40-jährigen Piloten ein Motorsportflugzeug der Marke Cessna für einen Flug in die Oberpfalz gemietet. Nach Abwicklung aller Formalitäten, einschließlich Teststarts und Hinterlegung einer Kaution im unteren vierstelligen Eurobereich, starteten die beiden Männer mit der Cessna und brachten diese auch wenige Stunden später wieder sicher nach Lichtenfels zurück.

Anschließend verhielt sich das Duo allerdings sehr auffällig, zumal der 40-jährige Pilot den Berechtigten des Aero-Clubs eine etwas fadenscheinige Begründung für die Abweichung vom vereinbarten Flugziel Oberpfalz nach Eger in Tschechien auftischte. Auch hatten Zeugen beobachtet, wie eine Tüte aus der Cessna umgehend nach der Landung in das geparkte Auto des Piloten gebracht worden war.

Bei einer erneuten Anmietung der Cessna in dieser Woche warteten Kriminalbeamte bereits mit Handschellen auf die Rückkunft der Cessna-Crew in Lichtenfels. Eine Überprüfung ergab, dass es sich bei dem Flug nach Eger offenbar tatsächlich um eine Rauschgift-Beschaffungsreise gehandelt hatte.

Die Kriminalbeamten stellten bei der Festnahme der Verdächtigen 250 Gramm Marihuana und bei einer sofortigen Wohnungsdurchsuchung auf Anordnung des Ermittlungsrichters noch zusätzlich 30 Gramm Crystal Speed sicher. Das Crystal stammte vermutlich noch von der ersten Flugreise in der Vorosterwoche.

Der Ermittlungsrichter schloss sich am Mittwoch dem Antrag der Staatsanwaltschaft an und erließ Haftbefehle gegen die Männer wegen Schmuggels von Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge. Im Falle einer Verurteilung müssen sich die beiden Untersuchungshäftlinge auf mehrjährige Haftstrafen einstellen.

Die Ermittlungen von Staatsanwaltschaft und Kriminalpolizei Coburg dauern an.