Die extreme Trockenheit der beiden vergangenen Sommer hat auch Fußballvereine vor Probleme gestellt. Sie konnten die Rasenplätze nicht mehr ausreichend bewässern. Das erging auch dem 1. FC Lichtenfels so, obwohl ein eigener Brunnen zur Verfügung steht. "Wir sind an die Kapazitätsgrenzen gestoßen", sagt Vereinsvorsitzender Thomas Neckermann und bezieht das sowohl auf Wasser als auch auf Manpower. Diese Erfahrung ist ein Argument für den Bau eines Kunstrasenplatzes zwischen dem städtischen Stadion und dem Clubheim. Der Fußballclub möchte insgesamt bessere Trainingsmöglichkeiten schaffen und damit für Jugendmannschaften attraktiver werden, wie der Vorsitzende erklärt. Und in diesem Bestreben hat der Verein Anfang 2019 Unterstützung in Rat und Tat durch den Lichtenfelser Unternehmer Frank Herzog bekommen. Die Verbindung sei zustande gekommen, weil dessen Sohn im Verein Fußball spielte, berichtet Neckermann. Dies sei inzwischen mannschaftsbedingt zwar nicht mehr der Fall, die Mitgliedschaft habe aber Bestand. Herzog ist zum Freund und Förderer des FC geworden und inzwischen auch als Nachfolger von Bernd Legal gesetzt, der den Präsidentenposten abgeben möchte. Die Wahl hätte eigentlich bereits im April bei der Generalversammlung erfolgen sollen, musste wegen der Corona-Pandemie jedoch verschoben werden. Sie ist nun für Oktober angesetzt.

Aussicht auf Fördermittel

Ohne Fördermittel kann der FC seine Modernisierungspläne nicht umsetzen. Für den neuen Kunstrasenplatz samt Funktionsgebäude rechnet der Vereinschef mit Kosten im siebenstelligen Bereich. Wenn aber heuer noch die Weichenstellungen erfolgen, dann dürfe man mit Fördermitteln von bis zu 60 Prozent rechnen, betont Thomas Neckermann im Gespräch mit dieser Zeitung.

Jüngst beschäftigte sich auch der Stadtrat mit der geplanten Umgestaltung des Sportgeländes. Grundsätzlich erscheint das große Vorhaben in einem positiven Licht, auch bei den Vertretern der benachbarten Vereine, mit denen ein Ortstermin vorausgegangen war. Einige Punkte waren diskutiert und in den Plänen daraufhin nachgebessert worden: Durch den Umbau des Areals entfällt die Möglichkeit, von der Straße "Am Main" über den alten Hartplatz des FC zur Stadthalle und zur Halle des Athletenclubs Lichtenfels (AC) zu gelangen. Deshalb erscheint der Bau eines städtischen Weges von der Wöhrdstraße zur Rückseite der Stadthalle notwendig. Nur so bleibt bei Veranstaltungen auf dem Schützenplatz auch die Erreichbarkeit des ACs gewährleistet. Die Wege durch das spätere FC-Gelände sollen als Flucht- und Rettungswege genutzt werden können, um bei Großveranstaltungen auf dem Schützenanger und für die Stadthalle eine weitere Fluchtmöglichkeit zu schaffen.

Neuer Weg soll gebaut werden

Um die alte Sporthalle der Turnerschaft künftig uneingeschränkt nutzen zu können und den bestehenden rückwärtigen Zugang zum AC-Gelände zu erhalten, soll dauerhaft ein Weg für AC, FC und TS angelegt werden. Dieser liegt dann zwar innerhalb der Zaunanlage des FC-Geländes, bleibt aber im Zuständigkeitsbereich der Stadt Lichtenfels, und die beiden anderen Vereine erhalten Schließrechte für die Toranlage. Die TS erhält ein Wegerecht für die Zufahrt zu ihren Garagen von der Stadionskasse aus.

Durch den Umbau des Areals entfallen die alte Aschenbahn und weitere Flächen, die bisher beispielsweise zum Abstellen von Schaustellerfahrzeugen beim Schützenfest, als Abschussplatz für das Feuerwerk oder als Zeltplatz für das Ragnarök-Festival dienten. Zur Kompensation soll eine als Multifunktionsplatz vorgesehene Fläche bei der Stadt verbleiben und nicht verpachtet werden. Sie kann dann nach Absprache von Vereinen und der Stadt selbst genutzt werden.

In der Stadtratssitzung am Montag wurden auch Für und Wider von Kunstrasen kurz angesprochen. Stadtbaumeister Gerhard Pülz hob die Wassereinsparung hervor, während Stadträtin Susann Freiburg (Grüne) wegen des zu erwartenden Abriebs an die Problematik mit Mikroplastik erinnerte. "Es läuft gerade ein EU-Prüfverfahren", gab sie zu bedenken. Man sollte auf alle Fälle die Entwicklungen diesbezüglich im Auge behalten.

Philip Bogdahn (SPD) freute sich über die Absichtserklärung des Vereins, einen kleinen Bolzplatz der Öffentlichkeit zur Verfügung zu stellen. Auch sei die den Stadträten vorgelegte Dokumentation über die beabsichtigten Veränderungen vorbildlich gewesen. "Das macht die Meinungsbildung für uns einfach." Bürgermeister Andreas Hügerich (SPD) war angetan von den "tollen Gesprächen" mit den Vereinsvertretern und Monika Faber (SPD) sprach von einer Bereicherung für das ganze Gebiet. Die Pläne wurden schließlich ohne eine Gegenstimme gebilligt.