Am Ende des Beratungsjahres 2011/2012 sind im Bezirk der Agentur für Arbeit Bamberg-Coburg nur noch 14 Jugendliche ohne konkrete betriebliche Ausbildungszusage oder Alternativangebot gemeldet. Zu dem Bezirk zählen die Gebietskörperschaften Stadt und Landkreis Bamberg, Stadt und Landkreis Coburg, sowie die Landkreise Forchheim, Kronach und Lichtenfels. Rein rechnerisch gesehen, ist der Ausbildungsmarkt ausgeglichen, denn für einen gemeldeten Bewerber gibt es eine Ausbildungsstelle.

In den vergangenen zwölf Monaten meldeten sich 4 381 Jugendliche, die eine Berufsausbildung aufnehmen wollten, bei den Berufsberatern der Agentur für Arbeit Bamberg-Coburg. Im Vergleich zum Vorjahr sind dies 335 oder gut sieben Prozent weniger Bewerber.
Die dem Arbeitgeber-Service gemeldeten Lehrstellen erhöhten sich gegenüber dem Vorjahr leicht auf 4225.

517 junge Lichtenfelser suchten einen Ausbildungsplatz

Die Zahl der gemeldeten Bewerber hat sich im Agenturbezirk unterschiedlich entwickelt: Nahm im Landkreis Lichtenfels die Zahl der Bewerber sogar um 3,8 Prozent auf 517 zu, verringerte sich diese Zahl im Landkreis Coburg um 15,3 Prozent auf 691. Aus der Stadt Coburg meldeten sich 293 Bewerber (minus 9,3 Prozent). Die Zahl der Bewerber aus dem Landkreis Kronach betrug 544 (minus 2,2 Prozent). Im Raum Bamberg-Forchheim reduzierte sich durchwegs die Zahl der Bewerber, allerdings sehr differenziert. Aus der Stadt Bamberg meldeten sich in diesem Jahr 365 Jugendliche (minus 12,5 Prozent) als Bewerber. Die Zahl der Bewerber aus dem Landkreis Bamberg betrug 1099 (minus 9,8 Prozent) und aus dem Landkreis Forchheim 872 (minus 1,7 Prozent).

Für die Zahl der Ausbildungsstellen ergab sich folgendes Bild: Im Landkreis Lichtenfels gab es 6,6 Prozent mehr Stellen als im Vorjahr. Insgesamt waren es 499. Mit 557 gemeldeten Lehrstellen konnte der Landkreis Kronach ein Plus von 7,5 Prozent verzeichnen. In der Stadt Coburg verringerte sich die Zahl der Ausbildungsstellen um 1,1 Prozent auf 698. Aus dem Landkreis Coburg wurden 1,4 Prozent weniger Stellen gemeldet. Das Angebot an Lehrstellen belief sich dort auf 435.

Eine unterschiedliche Entwicklung konnte man auch bei den Lehrstellen im Raum Bamberg-Forchheim feststellen. Mit 574 Lehrstellen verzeichnete der Landkreis Forchheim den größten Zuwachs, nämlich um 10,6 Prozent. Der Landkreis Bamberg verzeichnete eine Steigerung um 4,4 Prozent auf 644 gemeldete Berufsausbildungsstellen. Die Lehrstellen in der Stadt Bamberg verringerten sich dagegen um 11,7 Prozent auf 818.

Mehr Lehrstellen als Bewerber

Mittlerweile ist es für manche Betriebe schwierig, geeignete Bewerber für eine Ausbildung zu gewinnen. Am Ende des Beratungsjahres waren noch 296 Lehrstellen unbesetzt. Dies sind 60 Prozent mehr als im Vorjahr. Bei den unbesetzten Lehrstellen zeigt sich ein deutlicher lokaler Unterschied, wenn man die unbesetzten Ausbildungsstellen zu den gemeldeten Lehrstellen in Beziehung setzt. Im Landkreis Lichtenfels blieben fast 17 Prozent der Ausbildungsplätzen unbesetzt.

Ganz anders in Bamberg: Hier blieben von den 818 Lehrstellen, die aus der Stadt Bamberg gemeldet wurden, gerade mal 19 unbesetzt, was einem Prozentanteil von 2,3 Prozent entspricht.
Handwerksbetriebe und kleinere mittelständische Unternehmen haben generell Probleme, geeignete Jugendliche zu finden als größere Betriebe. Aufgrund der verbesserten Ausbildungssituation werden bei den Bewerbern auch viel stärker Arbeitszeit, Arbeitsbedingungen, Übernahmechancen und Ausbildungsvergütung beachtet und verglichen.

Insgesamt betrachtet sind von den 4381 gemeldeten Bewerbern 2963 unmittelbar in eine Berufsausbildung eingemündet. Weitere 357 Bewerber sind versorgt, weil sie zum Beispiel in eine berufsvorbereitende Bildungsmaßnahme aufgenommen wurden. Diese Bewerber möchten jedoch weiterhin eine betriebliche Ausbildung aufnehmen. Diese Zahl hat sich gegenüber dem Vorjahr um 70 verringert. Daneben weist die Statistik noch die Zahl der "anderen ehemaligen Bewerber" aus. Darunter versteht man Jugendliche, die sich entweder abgemeldet haben, weil sie eine schulische Ausbildung aufnehmen (z.B. Fachoberschule). Diese Zahl betrug zum Ende des Beratungsjahres 1047 (minus 50 gegenüber dem Vorjahr).