Ist es ein erster Test, oder ist es schon ein erster Auftritt? Sabrina Müller ist die dritte Kandidatin, die sich als Nachfolgerin für Thermenkönigin Jennifer I. vorstellt.
Sie kommt offen auf uns zu. Unser Fotograf Matthias und ich schauen uns an: Sagen wir Du zu ihr? Wir einigen uns darauf, ohne es auszusprechen. Natürlich, noch ist man ja nicht im königlichen Reich angekommen.
Am Anfang stehen die Fotoaufnahmen, schließlich wird man bei einer Vorstellung ja auch ins Bild gesetzt. Wie läuft es? "Gut", sagt Matthias und lacht. Drei Stationen, vor dem Eingang, auf der Gallerie über dem großen Innenbecken, am Wasserbogen am Außenbecken. "Daran musst Du Dich gewöhnen, wenn Du Thermenkönigin bist", lacht Matthias, als ihr an der letzten Station Wasser in den Schuh spritzt. "Man merkt, sie hat Erfahrung", sagt er, noch bevor das Gespräch beginnt.
Er hat sich nicht getäuscht.
"Die Musik ist mein Leben", kommt Sabrina später schnell auf diesen Punkt zu sprechen. Im Sommer wird sie mit ihrer Gruppe "Le Lys" (die Lilien) vor Arbeitskollegen in der HUK-Coburg auftreten. "250 geladene Gäste", erzählt sie.
Sie werden die 20-Jährige dabei von einer ganz anderen Seite erleben. Sabrina arbeitet in dem Versicherungsunternehmen als Kfz-Versicherungskauffrau, hat dort ihre Lehre nach dem Abschluss an der Realschule in Bad Staffelstein im Jahr 2009 gemacht. In ihrer Freizeit singt sie seit vielen Jahren, erst in einem Kirchenchor in Frauendorf, jetzt in der eigenen kleinen Band mit zwei Begleitern. Sie interpretiert die Stücke mit klassischer Stimme, Mezzosopran, zu Rock-Musik oder Balladen. "Ich muss jeden Tag üben, damit ich die Tonleiter hoch komme." Doch Sabrina Müller ist auch Mutter. Sie lebt mit ihrem Freund Patrick und dem zweieinhalbjährigen Luca in Stublang. "Ich würde in das Amt also einen kleinen Prinzen mitbringen." Ihre Ausbildung hat sie mit der Rolle als junge Mutter verbinden können. "Wenn ich will, schaffe ich das auch, habe ich mir gesagt." Schon vor zwei Jahren hat sie über eine Bewerbung nachgedacht, "aber damals war Luca noch zu jung".
Ihren Eltern hatte sie von ihren Plänen nichts erzählt. "Erst als dann der Brief vom Kur- und Tourismus-Service kam, hat es meine Mutter mitbekommen." Von Stublang in die Therme ist es nicht weit, "ich bin hier oft zum Entspannen und kenne mich fast blind aus". Ihre Lieblingsplätze sind das türkische Dampfbad und die Grotte. Sie kennt den Betrieb aber auch aus einer anderen Perspektive: Als Schülerin hat sie in der Verwaltung und an der Kasse ein Praktikum gemacht. Ach ja, und noch eine Rolle spielt sie gerne: Mit einem Coburger Mittelalterclub stellt sie mittelalterliche Szenen nach, mal als Adelige, mal als Piratin. "Sicher, ich bin schon etwas anders, aber normale Menschen gibt es doch genug", sagt sie lachend.
Und die Rolle als Thermenkönigin? "Ich bin heimatverbunden, habe durch meine Arbeit Erfahrung auf Messen, gehe gerne auf Menschen zu, kenne mich in der Umgebung aus. Ich setze auf meine Überzeugungskraft."