Vom Notruf bei der Polizei bis zur Festnahme einer dreiköpfigen Einbrecherbande im Weismainer Ortsteil Arnstein vergingen am Sonntagnachmittag nur rund 20 Minuten. Wie die Polizei mitteilt, handelt es sich bei den Tätern um zwei Männer im Alter von 23 und 31 Jahren sowie einen 36-jährigen Mann.

Auf frischer Tat ertappt

Ein aufmerksamer Anwohner entdeckte gegen 15.45 Uhr beim Haus seines Nachbarn eine eingeschlagene Fensterscheibe und verständigte den Hausbesitzer. Als dieser in sein Haus ging, entdeckte er einen Unbekannten, der gerade die Schränke seines Wohnzimmers durchwühlte. Sofort flüchtete der Einbrecher. Aber der erschrockene Hausbesitzer konnte noch ein silbernes Auto und das Bruchstück eines Kennzeichens erkennen, das Richtung Weihersmühle verschwand.

Erst klingeln und dann einbrechen

"Wahrscheinlich haben die Täter vorher geklingelt, um zu prüfen, ob jemand zuhause ist", sagt Jürgen Stadter, der Pressesprecher des Polizeipräsidiums Oberfranken. Dieses Vorgehen sei typisch für solche Tag-Einbrüche. Öffnen die Anwohner in so einem Fall die Tür, dann würden die Täter einen Vorwand, wie etwa die Frage nach dem Weg, vorschieben und wieder verschwinden. Deshalb rät Stadter: "Bei einem unguten Gefühl in solch einer Situationen sollten Betroffene die Polizei verständigen."

Der überraschte Hausbesitzer in Arnstein rief sofort die Polizei und konnte Täter und Autos beschreiben. Mehrere Streifenfahrzeuge seien sofort an der Fahndung beteiligt gewesen, sagt Stadter. Bereits kurze Zeit später entdeckte eine Streife das gesuchte Fahrzeug auf Höhe des Ortsteiles Wassmannsmühle. Mit mehreren Polizeiautos stoppten die Beamten den silbernen Kia und beendeten die Flucht.

Auf der Beifahrerseite saß der gesuchte Einbrecher, den die Polizisten aufgrund der Beschreibung des Opfers eindeutig wiedererkannten. Die Beamten nahmen alle drei Bandenmit glieder sofort fest. Das Trio sitzt inzwischen in Untersuchungshaft. Spezialisten des zuständigen Fachkommissariats der Kriminalpolizei Coburg übernahmen die weiteren Ermittlungen.

Zweiter Einbruch am gleichen Tag

Nach ersten Erkenntnissen sind die drei Tatverdächtigen auch für einen zweiten Einbruch, ebenfalls am Sonntag, in ein Haus in Arnstein verantwortlich. Bei den Einbrüchen sei das Trio immer arbeitsteilig vorgegangen. Während zwei der Männer zu dem jeweiligen Haus gingen und dort gewaltsam eindrangen, wartete ihr Komplize im Auto auf sie.

"Klassisches Schmiere stehen"

"Wir vermuten, dass die beiden Männer im Haus mit ihrem Fahrer in Kontakt standen. Dieser übernahm das klassische Schmiere stehen", sagt Stadter. Bei solchen Tag-Einbrüchen gehen die Täter in der Regel nach einem bestimmten Schema vor. "Die wollen schnell rein, deshalb hebeln sie auch nichts auf, sondern schlagen die Scheibe ein. Dann suchen sie Bargeld, Geldbörsen oder Schmuck", sagt der Pressesprecher. Schwere Sachen wie Fernseher oder Ähnliches seien nicht das Ziel solcher Banden.

Deshalb rät Stadter Geldbörsen, Bargeld oder Schmuck nie offen liegen zu lassen. Bei den Einbrüchen in Arnstein führten die Kriminalbeamten umfangreiche Spurensicherung an den Einbruchsorten durch und stellten mehrere Gegenstände der drei Einbrecher sicher, die auf eine gut organisierte Vorgehensweise schließen lassen. Die Ermittlungen zum Diebesgut aus den Häusern dauern an.

Haftbefehle erlassen

Ein Ermittlungsrichter am Kronacher Amtsgericht erließ auf Anordnung der Staatsanwaltschaft Coburg gegen alle drei Männer Haftbefehle. Die Täter sitzen inzwischen in verschiedenen Gefängnissen ein. Ob die Bande auch noch für weitere Einbrüche verantwortlich ist, sollen Ermittlungen der der Coburger Kriminalpolizei sowie der Staatsanwaltschaft zeigen.