Die Tour 14 beschreibt den Pfad der Flechtkultur. Sie ist eine Art Erlebnisrundwanderweg, der ganz im Zeichen des Flechthandwerks steht, das seit 2016 als Kulturerbe Deutschlands anerkannt ist. Dabei soll dem interessierten Wanderer die Korbmachertradition als Alleinstellungsmerkmal der Region vor Augen geführt werden, was an den 23 Info-Stationen, welche in regelmäßigen Abständen längs des Weges platziert sind, sehr gut möglich ist. Der Pfad der Flechtkultur hat aber noch viel mehr zu bieten.


Schwarzer Ring als Wegbegleiter

Wir starten am Marktplatz von Lichtenfels. Der schwarze Ring als Wegmarkierung begleitet uns über die gesamte Tour, lediglich beim Abstecher in Michelau ins Deutsche Korbmuseum orientieren wir uns am 4er-Symbol. Es geht zunächst an der Stadtpfarrkirche und am Oberen Tor vorbei, wo wir gleich im Anschluss die Straßenseite wechseln. Nach etwa einem halben Kilometer geradeaus der Kronacher Straße entlang stoßen wir rechts auf die Berufsfachschule für Flechtwerkgestaltung, die einzige ihrer Art in unserem Lande. Auf den Hinweis- und Infotafeln erfahren wir Interessantes über die lokale Geschichte des Flechthandwerks in und um die Deutsche Korbstadt Lichtenfels. Beim Meranier-Gymnasium wechseln wir erneut die Straßenseite, passieren - stets dem schwarzen Ring folgend - nach der Eisenbahnbrücke den Ortsteil Oberwallenstadt und steuern anschließend etwa zwei Kilometer längs des Mains und seiner idyllischen Auen auf einem kleinen, geteerten Radweg sowie auf dem Hochwasserdamm die Korbmachergemeinde Michelau an.
Mit etwas Glück können wir auf den Mainwiesen Störche bei der Futtersuche beobachten, die hier regelmäßig auf einem größeren Schornstein brüten und willkommene Gäste sind. Am Ende der langen Mainbrücke, wo der Weg links auf dem Hochwasserdamm seine Fortsetzung findet, entscheiden wir uns für den wenige hundert Meter langen Abstecher ins Deutsche Korbmuseum, einem absoluten Höhepunkt mit tollen Ausstellungsstücken, Themenaufarbeitungen und darüber hinaus auch regelmäßigen Flechtvorführungen (Öffnungszeiten: April bis Oktober, Diienstag bis Sonntag, 10 bis 16.30 Uhr, "Lebende Werkstätten" mit Flechtdemos am Samstag, 13.30 bis 16.30 Uhr). Wieder am Abzweigungspunkt zurück, wandern wir auf dem Hochwasserdamm, stets in unmittelbarer Nähe der beschaulichen Mainauen. An dessen Ende nach etwa 2,5 km halten wir uns links und erblicken sogleich eine uralte Weide mit Hinweistafel. Ab hier, wo wir rechts abbiegen, ist die Wegstrecke identisch mit der Kurzvariante des Flechtpfades (siehe Tour 6) und führt uns, an wunderschönen Biotopen vorbei, über Schney zum gerade auch für Kinder ungemein attraktiven Weidenlabyrinth mit einer verschnörkelten Wegstrecke von erstaunlichen 700 Meter auf diesem begrenzten Areal.
Von hier ist das idyllisch gelegene Flussbad nicht mehr weit, welches neben erneut sehr schönen Verweilzonen bei wärmerer Witterung die Möglichkeit einer erfrischenden Abkühlung zu bieten hat. Setzen wir unsere Wanderung fort, kommen wir gleich nach Unterquerung der Bundesstraße am Innovationszentrum Lichtenfels für Technologie, Marketing und Design vorbei, wo wir auf gut Glück den Versuch wagen sollten, von den Mitarbeitern hochinteressante Flechtwerke vorgestellt zu bekommen.
Zunächst am Mühlbach entlang, gelangen wir schließlich über die Coburger Straße wieder zum Ausgangspunkt am Marktplatz zurück, sollten es aber gleich nach der Eisenbahnunterführung nicht versäumen, links einen Blick auf die geflochtene Riesenameise zu werfen, die friedlich bleibt, solange man keine der 23 Infostationen ausgelassen hat ...