von unserem Redaktionsmitglied
Matthias Einwag

Schon von weitem hört man das summende Geräusch der grobstolligen Reifen. Im eleganten Schwung biegt der hochbeinige Magirus auf den Platz vor dem Feuerwehrhaus ein. Ein bulliges, ein kraftstrotzendes Fahrzeug.
Die Feuerwehrleute, die sich vor dem Gerätehaus versammelt haben, sind voller Erwartung. Sie staunen über das formschöne Tanklöschfahrzeug. Mario Tauber von der Vertragshandelsfirma erklärt die technischen Daten des 15-Tonners. Die umstehenden Feuerwehrleute hören aufmerksam zu, es ist mucksmäuschenstill. Als die Dunkelheit hereinbricht, wird die Umfeldbeleuchtung des TLF 4000 in LED-Technik aktiviert, der Feuerwehr-Truck steht unwirklich leuchtend vor dem Feuerwehrhaus - so, als sei eben ein Ufo gelandet.
Mario Tauber spricht von den neuen europäischen Normen, die dieser Lkw mit permanentem Allradantrieb erfüllt. Fünf Feuerwehren überlegen sich die Anschaffung eines solchen Arbeitspferdes. Wenn die Wehren aus Bad Staffelstein, Lichtenfels, Michelau, Burgkunstadt und Küps (Kreis Kronach) jeweils ein solches Fahrzeug anschaffen, gibt's Mengenrabatt in Form eines zehn Prozent höheren staatlichen Zuschusses. Genau deswegen sind Feuerwehrleute etlicher Wehren an diesem Abend nach Bad Staffelstein gekommen.
Als Wasserzubringer in unwegsamem Gelände soll der Magirus eingesetzt werden. Ideal sei er für Waldbrandbekämpfung, aber auch als Wasser- und Löschmitteltransporter bei Einsätzen auf der Autobahn, sagt Mario Tauber. 4000 Liter Wasser kann der Magirus mitführen sowie bis zu 600 Liter Schaummittel. Der Aufbau ist komplett aus Aluminium gefertigt. Platz bietet er für drei Mann.
Der Firmenvertreter macht die Feuerwehrleute mit den technischen Details und mit den Finessen des bis zu 299 PS starken Fahrzeugs vertraut. Er und sein Kollege gehen auf die computergesteuerte Pumpentechnik ebenso ein wie auf die verschiedenen Rüstsätze, etwa das "Belademodul Waldbrand". Praktische Einbauschränke erleichtern das Unterbringen der Werkzeuge und Maschinen: "Hier ist die Halterung für die Motorsäge, das Fichtenmoped", scherzt er. Dann erläutert er, wo die zwei 300-Liter-Schaumtanks sitzen und dass das Fahrzeug eine herausklappbare Waschecke hat: Das sei wichtig zum Händewaschen. Einsatzerprobte Feuerwehrleute wissen, wie wichtig das ist - nicht nur aus hygienischen, auch aus psychologischen Gründen.
Der Wasserwerfer auf dem Fahrzeugdach wird sofort von den Feuerwehrleuten erkundet. Solide verarbeitet sei dieser drehbare Werfer, und außerdem sehr funktional, lauten die Urteile.
Billig ist so ein weiß-rot lackierter Bolide nicht. Zwischen 240 000 und 300 000 Euro muss eine Kommune aufbieten, die ein solches Fahrzeug anschaffen will. Für Bad Staffelstein sei dieses Fahrzeug genau richtig, sagt Kommandant Michael Ludwig, denn das fast 40 Jahre alte TLF 8 müsse bald ersetzt werden. Er hoffe, das TLF 4000 nächstes Jahr in den Fuhrpark der Staffelsteiner Wehr einreihen zu können. An diesem Abend nimmt er schon mal probeweise auf dem Fahrersitz Platz: "Da darf man nicht mehr zunehmen", kommentiert er, denn der Raum in der Kabine des Magirus ist knapp bemessen. Aber schließlich geht es nicht darum, weite Strecken in dem Fahrzeug zurückzulegen, sondern darum, sicher und schnell zum Einsatzort zu gelangen.