"Gebt den Kindern das Kommando", schlug Herbert Grönemeyer singend vor. Und genau in diese Richtung geht die Idee hinter der Kinder- und Jugendbürgerversammlung, zu der der Markt Ebensfeld auch heuer die jungen Gemeindebürger ins Rathaus eingeladen hatte.

Auf den Plätzen, wo sonst die Gemeinderäte beraten und Beschlüsse fassen, durften an diesem Donnerstagnachmittag diejenigen Platz nehmen, die die Zukunft der Kommune darstellen - die Kinder und Jugendlichen. Der Veranstaltung wäre zwar eine größere Resonanz zu wünschen gewesen, doch immerhin zehn Jungen und Mädchen hatten sich im Sitzungssaal eingefunden. Bevor es los ging, schnabulierte der eine oder andere schon einmal von den bereitgestellten Süßigkeiten auf dem Tisch.

"Herzlich willkommen hier im Rathaus", begrüßte Bürgermeister Bernhard Storath die jungen Gemeindebürger und fragte in die Runde: "Was habt Ihr denn so für Wünsche und Anliegen auf dem Herzen? Die könnt Ihr uns heute sagen." Mit von der Partie waren neben dem Bürgermeister Anton Schatz als Jugendbeauftragter der Marktgemeinde, Hubert Reuß vom Bauamt, Isabel Weidt vom Bürgerbüro und Jan Stark, der kürzliche seine Ausbildung beim Markt Ebensfeld begonnen hat.

Ein "Bikepark" wie in Baunach

Und in der Tat gab es im Verlauf dieser besonderen Bürgerversammlung dann auch einige Wortmeldungen seitens der jungen Gemeindebürger.

Sportlicher Natur war etwa der Beitrag von Anton Wunner: "Es wäre schön, wenn es in Ebensfeld eine Mountainbike-Strecke gäbe." Anton spielte damit auf einen Parcours wie den "Bikepark" in Baunach an, den er zusammen mit seiner Mutter schon einmal besucht und natürlich auch getestet hat.

Grundsätzlich zeigten sich die Gemeindevertreter nicht abgeneigt. "Ich werde einmal mit dem Mountainbike nach Baunach fahren und mir das ansehen", sicherte Anton Stark zu.

Ein ganz anderes Problem bereitet Bastian Dütsch aus Ebensfeld Bauchschmerzen, wobei es hier vielmehr um die Nase geht, wie den Ausführungen des Jungen zu entnehmen war: "Am Ebensfelder Bahnhof stinkt es immer so nach Zigaretten", bemängelte er - und hatte sich offenbar auch schon Gedanken gemacht, wie dem vielleicht begegnet werden kann: "Vielleicht ist das Schild ,Rauchfreier Bahnhof‘ zu klein. Könnte man man nicht ein größeres aufstellen?"

Der Bürgermeister zeigte Verständnis, meinte aber eher skeptisch: "Ob da ein größeres Schild etwas bewirkt, da bin ich mir nicht so sicher."

Rücksichtslose Autofahrer

Und die Erwachsenen bekamen auch von Valentin Gast aus Kutzenberg ihr Fett ab: "Viele Autofahrer halten sich an der Straße bei uns in Kutzenberg nicht an Tempo 50." Traurig, aber wahr: Dieser Punkt war schon bei der Jugend- und Bürgerversammlung im vergangenen Jahr angesprochen worden. "Gefruchtet" hat der Appell bisher anscheinend nicht so recht. Vielleicht nehmen sich die Autofahrer die erneut geäußerte Bitte nun zu Herzen und gehen bei ihrer nächsten Fahrt zum Bezirksklinikum vom Gaspedal.

Überfüllter Schulbus

Julia Kotschenreuther aus Kleukheim merkte an, dass der Schulbus, mit dem sie fährt, überfüllt ist und etliche Kinder längere Zeit stehen müssten. "Können wir da nicht einen zweiten Bus einsetzen?", fragte sie. Auch hier wurde der Bürgermeister nachdenklich und versprach in ernstem Ton: "Dem werden wir selbstverständlich nachgehen und auch beim Landratsamt einmal nachfragen."

Ja, auch wenn sie noch nicht wählen dürfen, noch nicht volljährig sind - ihre Meinung dürfen und sollen Kinder durchaus sagen, denn es ist auch ihre Welt, in der sie leben.

"Danke, dass Ihr gekommen seid!" Mit diesen Worten schloss der Bürgermeister die Veranstaltung und sagte: "Vielleicht werden wir im kommenden Jahr auch einmal eine ,rollende‘ Kinderbürgerversammlung veranstalten, mit einer Fahrt durch das Gemeindegebiet."

Anton Schatz wies abschließend darauf hin, dass es auch 2020 zu Ostern ein Kinderferienprogramm geben werde.

Preise übergeben

Bei der Kinder- und Jugendbürgerversammlung übergab der Bürgermeister an die Preisträger der beiden Sommerferien-Gewinnspielaktionen Gutscheine und Turnbeutel. Den jeweils ersten Preis beim Sommerferien-Gewinnspiel beziehungsweise bei der "Kinderrätselecke" der Sommerferienprogramm-Broschüre erzielten Jakob Zenk und Linda Lang.