"Siegbert, du wirst doch nicht elektrifiziert werden", ruft Winfred Bogdahn (SPD) seinem Stadtratskollegen Siegbert Koch (Grüne) vergnügt zu, als er ihn im neuen Citymobil sitzen sieht. Die Stadt hat in Zusammenarbeit mit der Firma Promobil den Elektro-Smart angeschafft.

Die Idee dazu stamme bereits aus dem vergangenen Jahr, sagt der Betriebsleiter des Lichtenfelser Bauhofs, Alois Neuhöfer: "Im Juni 2013 gab es erste Überlegungen in dieser Hinsicht." Der Bauhof habe dabei den Vorschlag gemacht, sich um eine Alternative zu kümmern, die wenig Geld benötigt. "Außerdem wollten wir etwas Innovatives machen", sagt Neuhöfer.

Die Firma Promobil hat sich um den Rest gekümmert: "Sie hat auch das Sponsoring in die Hand genommen", sagt Neuhöfer. Die Kosten für das Auto werden fast komplett über die angebrachte Werbung finanziert.
"Wir zahlen nur die Steuer und die Versicherungen." Für die Batterie müsse man diese zusätzlich abschließen. "Alles in allem ist es nicht teurer als ein normales Auto im Monat", sagt Neuhöfer.

Das Elektroauto hätte ansonsten circa 25 000 Euro gekostet. Auch deswegen bedankt sich Bürgermeister Andreas Hügerich (SPD) ausdrücklich bei allen Sponsoren: "Die Anschaffung wäre ansonsten nicht möglich gewesen!" Als Dankeschön bekam jedes beteiligte Unternehmen eine Urkunde.

Ladekabel im Kofferraum

Das Ladegerät für das Auto ist im Kofferraum untergebracht. Das City-Mobil könne entweder an Stromtankstellen aufgeladen werden oder mit einem Adapter auch an der Steckdose zu Hause. Der Schnellladezyklus beträgt zwei Stunden, voll aufgeladen ist es nach sechs Stunden. "Dann kann man 100 Kilometer damit fahren, Geschwindigkeiten von bis zu 80 km/h sind möglich", sagt der Betriebsleiter des Bauhofs. Für ihn und seine Kollegen in der Bauhofsverwaltung ist das Auto größtenteils gedacht. Auch der Monteur bekomme seinen Werkzeugkoffer problemlos unter.

Die Grundstruktur des Autos ist die eines "normalen" Smarts. "Außer natürlich der Elektromotor", sagt Neuhöfer. Sollte mal etwas kaputt sein, könne sich jede normale Werkstatt dem Auto annehmen. Und auch wenn der Motor mal Probleme macht, hat Neuhöfer eine Lösung parat: "Wir haben ja im Bauhof eigene Elektriker."
Aber Neuhöfer ist zuversichtlich, dass es dazu nicht kommt: "Schauen wir mal, wir haben ja auch fünf Jahre Garantie. Aber eigentlich kann am Elektromotor wenig kaputt gehen." Die Stadtverwaltung und die Bauhofmitarbeiter waren bei der Präsentation von der Technik "elektrisiert".