Die Landkreise Bamberg, Forchheim und Wunsiedel haben sie schon, die Bayerische Ehrenamtskarte. Sie soll eine zusätzliche Anerkennung für ehrenamtlich Tätige darstellen, indem sie ihnen landesweit allerlei Vergünstigungen ermöglicht. Der Eintritt ins Museum oder in ein Schwimmbad kann damit billiger werden, vielleicht auch die Schifffahrt auf einem der Bayerischen Seen im Urlaub.

Aber bis jemand die Ehrenamtskarte bekommt, ist ein beträchtlicher Verwaltungsaufwand nötig - eine zusätzliche Halbtagsstelle meinten gar diejenigen, die dazu schon eine Aussage machen konnten. Coburg hat vor diesem Hintergrund abgelehnt, die Landkreise Bayreuth, Hof, Kronach und Kulmbach zögern anscheinend noch.

Wie auch der Landkreis Lichtenfels. Der hatte seine Städte und Gemeinden befragt, welche Verwaltungsarbeiten sie zu übernehmen bereit wären. Die Haltung der meisten: eigentlich keine - obwohl ja an sich die Ehrenamtskarte durchaus etwas Positives sei.

Eine Entscheidung soll nun - nach einer Beratung in den Fraktionen - der Kreisausschuss fällen. Landrat Christian Meißner (CSU) informierte das Gremium in seiner jüngsten Sitzung über den Sachstand und seine Meinung. Die Verwaltungsarbeit werde das Landratsamt wohl leisten müssen. Dabei müsse man sich aber auf korrekte Meldungen der Vereinsvorstände verlassen können. "Der Landkreis ist keine Ehrenamtspolizei", betonte er. Man werde auch nicht "Hausieren gehen", um weitere Partner zu akquirieren, die bereit sind, Vergünstigungen zu gewähren.