Dittersbrunn
Tag des offenen Denkmals

Die bewegte Geschichte der Veitsberger Kapelle

Auch die Kapelle auf dem Veitsberg öffnete für die Öffentlichkeit ihre Pforten.
Die Mesnerin der St.-Veit-Kapelle,  Katja Hagel,  bei ihrem Vortrag zur Führung. Foto: Johann Hetzel
Die Mesnerin der St.-Veit-Kapelle, Katja Hagel, bei ihrem Vortrag zur Führung. Foto: Johann Hetzel
Schade, dass man nicht alle sechs Besichtigungsmöglichkeiten im Landkreis an einem Tag wahrnehmen kann, sagte ein Besucher am Tag des offenen Denkmals auf dem Veitsberg. Die Termine auf zwei Wochenenden zu verteilen, wäre doch optimal. Optimal war auch das Sommerwetter mit um die 30 Grad. So waren die Besucher an diesem Sonntag nicht nur vom Gotteshaus fasziniert. Inmitten der prächtigen, ältesten geschlossenen und über 200 Jahre alten Lindengruppe Europas, die die Kapelle umgibt, war die Sicht auf den Veitsberg ungetrübt. Mesnerin Katja Hagel stand den Fragen der Besucher rede und Antwort und klärte sie über die Holzfiguren im Inneren der Kapelle auf. Diese stammen aus dem späten 17. oder frühen 18. Jahrhundert und waren bei einem Raub im Jahr 1981 gestohlen worden. Alle Figuren fanden aber ihren Platz in München wieder, als im Jahre 1987 ein Hehlerring aufflog.

Die Kapelle ist seitdem immer verschlossen und die Fenster sind durch Eisengitter gesichert. Die entwendeten Gemälde wurden ebenfalls alle in München wiedergefunden, bis auf eines. Bei dem fehlenden Bild aus dem Jahre 1769, handelt es sich um ein Votivbild , das die frühere Wallfahrtsfunktion der Kapelle abbildet. Ein neues Gemälde (Imitation) hängt nun am alten Platz.

Dank der Veitsbergfreilegung im Jahre 2006 ist diese einst keltische Opferstätte ein sichtbarer und markanter Blickfang im Gottesgarten. Einst stand hier vermutlich eine Turmhügelburg. Bei Drainierungsarbeiten der Kirche im Jahre 1980 wurden westlich der Kirche Reste des alten Schlosses gefunden.

Nachdem die von Ansbergs ausgestorben waren (vermutlich durch die 200 Jahre andauernden Kreuzzüge), übernahm 1292 der Ritter Gundloch von Cunstadt die Burg. Mehrere Zerstörungswellen im Mittelalter (Hussiten-, Bauern und Marktgräferkrieg) überlebte die Burg nicht. Von 1718 bis 1726 erfolgte der Nachbau der jetzigen Kapelle, davor zierte eine alte Schlosskapelle den Ansberg.

Dokumente aus dieser Zeit sind einem Brand in der Ebensfelder Pfarrkirche zum Opfer gefallen. Geplant wurde sie von Johann Dientzenhofer und der Bauherr war Fürstbischof Graf Lothar Franz von Schönborn. Das Sandsteinmauerwerk wurde aus den Resten des alten Schlosses erstellt.

Restaurierung in Eigenleistung


1826 war die Weihe zur Veitskirche und 1927 erfolgte nach Differenzen mit Kleukheim die Umpfarrung in die Kuratie Prächting. Die damalige Gemeinde Dittersbrunn kaufte die Kirche für 1000 Mark ab.
1957 erfolgte größtenteils in Eigenleistung durch Dittersbrunner und Sträublingshofer Bürger die Restaurierung der Kirche und der Bau des kleinen Häuschen durch Pfarrer Jung.