Briefe werden nicht mehr so viele wie einst geschrieben, doch der Paketversand nimmt stetig zu. Vermutlich weil das Areal des derzeitigen Verteilerzentrums hinter der Staffelsteiner Postfiliale in der Bahnhofstraße an seine Grenzen stößt, plant die Deutsche Post AG nun ein neues Postverteilerzentrum am Äußeren Frankenring. Der entsprechende Bauantrag war eines der beherrschenden Themen bei der jüngsten Sitzung des Bauausschusses. Wie es in der Sitzung hieß, soll das bisherige Postverteilerzentrum in der Bahnhofstraße aufgelassen werden.

Das neue Verteilerzentrum auf einer Grünfläche auf dem Gewerbegebietsareal - ansässig ist in der Nähe unter anderem ein Bauunternehmen - soll aber nicht nur einen Eins-zu-Eins-Ersatz für das bestehende in der Bahnhofstraße darstellen, sondern eine organisatorische Zusammenlegung der Brief- und Paketverteilung für mehrere regionale Einheiten. Näheres ist derzeit noch nicht bekannt.

Postfiliale bleibt erhalten

Die Postfiliale in der Bahnhofstraße soll - die wichtige Nachricht für alle Kunden - dessen ungeachtet erhalten bleiben.

Das zur Realisierung des neuen Zentrums notwendige, lediglich erdgeschossige Gebäude mit Arbeitsrampe für die Postfahrzeuge soll laut Bauantrag 50 Meter lang und 17 Meter breit werden, die Zufahrt über den Äußeren Frankenring erfolgen. Lkw können vorwärts einfahren und auf dem Areal rangieren, so dass die thematisierte Verkehrssicherung gewährleistet ist.

Harald Konietzko (SPD) regte an, eventuell über eine Geschwindigkeitsbegrenzung am Äußeren Frankenring im künftigen Einfahrtsbereich des Zentrums nachzudenken; bisher gilt dort Tempo 50.

Bürgermeister Jürgen Kohmann (CSU) meinte, das sei zu gegebener Zeit zu prüfen.

"Die Zufahrt in der Bahnhofstraße ist auch für die Post nicht leicht", merkte Walter Mackert (CSU) an. Der in der Verkehrswacht engagierte Stadtrat bewertete den Neubau eines Verteilerzentrums im Außenbereich daher als positiv, vor allem weil dann die Post-Lkw nicht mehr in die Stadt fahren müssten.

Der Bauausschuss erteilte dem Vorhaben das gemeindliche Einvernehmen.

Gemeinschaftshaus in Wolfsdorf

Eine weitere Hürde nahm das Vorhaben, im Rahmen der einfachen Dorferneuerung ein Gemeinschaftshaus in Wolfsdorf zu bauen, inklusive der dahinter geplanten, unter anderem für Theateraufführungen angedachten Multifunktionsscheune sowie eines weiteren Baus, in dem künftig das Tragkraftspritzenfahrzeug der örtlichen Feuerwehr beheimatet sein soll. Der Bauausschuss fasste einstimmig den notwendigen Durchführungsbeschluss. Um Baurecht zu erlangen, benötigt die Maßnahme nun noch die Verabschiedung einer Einbeziehungssatzung durch den Stadtrat.

Landwirtschaftliche Halle

In der Gemarkung Schönbrunn plant ein dort ansässiger größerer landwirtschaftlicher Betrieb den Anbau einer Halle für landwirtschaftliche Zwecke mit integriertem Waschplatz. Die Baumaßnahme in Form einer Pultdach-Konstruktion soll an das vorhandene Gebäude "angedockt" werden und Abmessungen von 40 auf zwölf Meter aufweisen.

Bürgermeister Kohmann ging explizit auf den vom Bauwerber geplanten Waschplatz mit Öl- und Fettabscheider für dessen eigene Zwecke ein. Es sei zu gewährleisten, dass keine Schadstoffe im Rahmen der Gülleausbringung aufs Feld gelangen, betonte er, zeigte sich aber optimistisch, was das Verantwortungsbewusstsein des Bauwerbers anbelangt: "Eventuell gestaltet sich das Ganze auch vollkommen unproblematisch, aber eine Prüfung ist schon sinnvoll."

Unter Einbeziehung dieses Aspekts im gefassten Beschluss gab der Bauausschuss grünes Licht für diesen Bauantrag.

In der Adolf-Kolping-Straße plant ein Grundstücksbesitzer die Errichtung einer zwei Meter hohen Gabionen-Steinmauer. Die Festsetzungen des dort geltenden Bebauungsplans "Südwestlich der Angerstraße" sehen zwar eine Maximalhöhe von 1,10 Meter vor, dem Antrag auf Erteilung einer isolierten Abweichung von den Festsetzungen stimmte das Gremium aber zu. "Maßgeblich für mich ist, dass die Nachbarn gefragt werden und zustimmen", meinte der Bürgermeister.

Es gab aber auch kritische Stimmen, so etwa von Klaus Schnapp (SBUN), der befürchtete, hier womöglich sogar einen Präzedenzfall zu schaffen: "Das kann städtebaulich nicht unser Ziel sein. Ich finde, wir sollten dem keinen Vorschub leisten." Letzten Endes wurde dem Antrag des Grundstückseigentümers aber bei zwei Gegenstimmen stattgegeben, allerdings vorbehaltlich erwähnter Nachbarunterschriften.

Nicht in ihren Belangen berührt sieht sich die Stadt durch die bei Buch am Forst parallel zur A 73 geplante Photovoltaik-Freiflächenanlage. Im Rahmen der laufenden frühzeitigen Beteiligung bringt die Kommune daher auch keine Einwände dagegen vor, lautete der Beschluss.

Heute Drohne über der Altstadt

Unter dem Punkt "Sonstiges" wies Bürgermeister Kohmann darauf hin, dass am heutigen Donnerstag eine Drohne über die Altstadt fliegen wird, die Aufnahmen von der Kernstadt macht. Durch diese angemeldete und mit Polizei und Landratsamt abgestimmte Maßnahme erhalte die Stadt wertvolle Daten von Gebäudehöhen sowie weitere Vermessungsdaten als Informationen für den Prozess der städtebaulichen Entwicklung.