Das Team des Schachvereins Seubelsdorf hat sich auf der deutschen U12-Mannschaftsmeisterschaft in Arendsee wacker geschlagen. Die Debütanten Adrian Wichmann, Verena Kolb, Sebastian Werner und Daniel Wiemann, die an den hinteren Brettern zwei bis drei Jahre jünger waren als ihre Kontrahenten, erspielten sich mit fünf von 14 möglichen Mannschaftspunkten einen respektablen 16. Platz.

Schon die erste Runde, die trotz eines Auftaktsieges des Mannschaftsführers und Top-Scorers Adrian Wichmann (5 Punkte aus 7 Partien) an Dresden ging, verdeutlichte die enorme Erfahrung der älteren Gegner, die für die jungen Seubelsdorfer Spieler an den hinteren Brettern selbst im Endspiel brandgefährlich blieben.
In den nächsten beiden Runden gegen den SK Erdingen und gegen Düsseldorf sah es trotz gelegentlicher Lichtblicke nicht besser aus. Trotz hartnäckiger Vor- und Nachbereitung aller Partien, trotz Eröffnungs-, Kombinations- und Endspieltraining punktete nur Wichmann in diesen Begegnungen. Man musste befürchten, weiter nach hinten durchgereicht zu werden.

Sieg über Oberursel


Das Schweizer Spielsystem sah in der vierten Runde eine Begegnung gegen den Letzten SV Oberursel vor. Wichmann gewann seine Partie. Obwohl Werner seine sizilianische Eröffnung immer besser in den Griff bekam, verlor er in einer unübersichtlichen Mittelspielsituation die Nerven, opferte die Dame und unterlag. Wiemann gewann nach zähem Widerstand das Endspiel. Kolb lieferte sich mit ihrem Gegner eine Marathon-Partie, bei der die Seubelsdorferin enorme Widerstandskraft zeigte, ehe der Oberurseler nach 111 Zügen schließlich in das für den SVS gewinnbringende Remis einwilligte.

Ein 2:2 gegen Hannover


Mit neuem Selbstbewusstsein trieb das Seubelsdorfer Quartett tags darauf den PSC Hannover an den Rand einer Niederlage. Während Wiemann durch einen einzigen ungeschickten Zug aus der Bahn geriet und verlor, spielten Kolb gegen eine wesentlich ältere Gegnerin und Werner, der seine eingeschnürten Figuren nur durch ein Opfer befreien konnte, jeweils Remis. Nun war die Zeit für die Seubelsdorfs Geheimwaffe, die französische Verteidigung, gekommen. Wichmann gewann so einen Bauern und erstickte dank überlegener Stellung alle Angriffsversuche des Gegners im Keim. Er holte damit den wichtigen Punkt zum 2:2 gegen Hannover.

Da alle Partien innerhalb weniger Stunden im Internet erschienen konnten sich die Mannschaften jeweils schnell auf den nächsten Gegner vorbereiten. Gegen Magdeburg wurden Kolb und Wiemann am Nachmittag zwei unterschiedliche Versionen der französischen Verteidigung aufgetischt, die sie bisher nicht ganz einwandfrei behandelt hatten. Wiemann landete gegen seinen wesentlich älteren Gegner, der die Eröffnung viel zu schnell spielte und dabei Haus und Hof verlor, einen Kantersieg. Kolb brachte die Koordination der gegnerischen Schwerfiguren durcheinander und bezwang ihren Gegner mit einem blitzartigen Mattangriff. Wichmanns Endspiel "Läufer gegen Springer" brachte den nötigen halben Zähler für den 2,5:1,5-Mannschaftssieg.
War es Müdigkeit nach den kräftezehrenden Auseinandersetzungen der letzten Tage oder die Konzentration auf das Colle-System des SC Lambsheim? Während Werner sich stetig steigerte, in der letzten Runde ein gutes Spiel machte und siegte, verloren die übrigen Drei.

Die Bilanz von Jugendleiter Matthias Bergmann fiel letztlich aber rundherum positiv aus: "Die fantastische Atmosphäre auf diesem Turnier, begleitet von erfahrenen Schiedsrichtern und aufmerksamen Organisatoren, wird uns ebenso in angenehmer Erinnerung bleiben wie die nervenaufreibenden Begegnungen, intensiven Analysen und das gemütliche Beisammensein in dem Mannschaftsbungalow. Die Lust auf weitere Abenteuer dieser Art ist bei den Schachkids des SV Seubelsdorf seitdem kaum noch zu bremsen!" cv