"Ich schätze gute Orgelmusik. Daher ist es für mich eine Herzensangelegenheit, auch persönlich etwas zur neuen Orgel beizutragen", sagt Christoph Ott, Allgemeinmediziner aus Zapfendorf. Er gehört zu den Ersten, die Spenden für eine neue Orgel gesammelt haben, die in der Pfarrkirche St. Peter und Paul aufgebaut werden soll. Zu zwei runden Geburtstagen, seinem eigenen und dem seiner Frau, hatte Christoph Ott eine Spendenbox in Form einer Orgelpfeife aufgestellt. Sowohl die Geburtstagsgäste als auch die Patienten konnten so ihren Beitrag leisten.

2014 oder 2015 soll es so weit sein. Unter dem Motto "Bald klingt's besser" hat die Katholische Kirchenstiftung Zapfendorf eine Spendenaktion für eine neue Orgel gestartet. Die ersten Schritte sind bereits gemacht: Der Finanzrahmen ist abgesteckt, ein Orgelausschuss wurde ins Leben gerufen, Diözesanmusikdirektor Markus Willinger als Berater hinzugezogen. Und auch Angebote wurden bereits eingeholt. Aktuell steht die Auswahl einer Orgelbaufirma auf der Agenda.

Seit über 60 Jahren erklingt die alte Orgel in St. Peter und Paul bei Messen und bei festlichen Anlässen. Sie wurde 1951 für 2270 Mark gebraucht gekauft, nachdem die Kirche beim Brand nach der Explosion eines Munitionszuges am 1. April 1945 bis auf die Grundmauern zerstört worden war.

Immer wieder Reparaturen

In den Folgejahren standen immer wieder teure Reparaturen an. Als die Kirche 2007 erneut renoviert wurde, entschieden sich die Verantwortlichen für eine Verkleinerung: Statt 20 spielen nunmehr noch sechs Register. Funktionen wie Schweller, Crescendo und Tremulant sind nicht mehr vorhanden.

Für die Organisten ist die veraltete und sehr anfällige Technik eine Herausforderung, die Spielbarkeit erreicht ihre Grenzen. Dass kaum noch etwas richtig funktioniert, zeigten die Organisten im September auch den Kirchenbesuchern, die nach den Gottesdiensten auch einen Blick ins Innenleben der Orgel werfen konnten.

Auch für Christoph Ott ist daher die Anschaffung einer neuen Orgel ein wichtiges Anliegen. "Die aktuelle Orgel ist in einem desolaten Zustand", sagt er. "Durch die bei uns aufgestellte Orgelpfeife haben wir bildlich dazu eingeladen, an der Finanzierung der neuen Orgel mitzuwirken. So konnten wir, anstatt persönlicher Geburtstagsgeschenke, einen Spendenbetrag direkt an die Kirchenstiftung und damit an die neue Orgel weiterleiten."

17 Register und zwei Manuale

Etwa 270.000 Euro soll die Orgel kosten. Für diesen Betrag ist eine mechanische Orgel mit 17 Registern und zwei Manualen realisierbar, teure Zusatzfunktionen wie Schweller oder ein freistehender Spieltisch sind darin allerdings nicht vorgesehen. Finanziert werden soll sie aus Spenden, Eigenmitteln und Zuschüssen öffentlicher Träger, allen voran dem Erzbistum Bamberg und der Gemeinde. Nach aktuellem Stand sind noch etwa 150.000 Euro aufzubringen. Um diese große Summe bewältigen zu können, hofft die Kirchenstiftung auf Spenden von der Bevölkerung und den lokalen Unternehmen. An alle Haushaltsvorstände gingen daher in den vergangenen Tagen Bittbriefe.

Nach der Innenrenovierung der Kirche vor sechs Jahren ist eine neue Orgel der letzte Schritt, die Kirche wieder in vollem Glanz erstrahlen zu lassen und damit die umfangreichen Sanierungen nach der Zerstörung im Zweiten Weltkrieg endlich abzuschließen. Pater Charles, Kirchenpfleger Rudolf Helmreich und das Team des Orgelausschusses hoffen, dass auch andere dem Beispiel von Christoph Ott folgen und sich mit so genannten Anlassspenden, zum Beispiel bei Geburtstagen und Hochzeitsjubiläen, an der Finanzierung der neuen Orgel beteiligen.