Sehr diskussionsfreudig zeigten sich die Einwohner von Prügel anlässlich des Bürgergesprächs. Dabei waren die Ortsdurchfahrt und die naheliegende Biogas-Anlage die beherrschenden Themenbereiche.
Im Kulturstadel Bürgermeister Robert Hümmer ging zunächst auf auch den Rad- und Wirtschaftsweg zwischen Prügel und Maineck ein, der erst vor wenigen Tagen eingeweiht worden war. Dieser Radweg, wie ein Einwohner anmerkte, werde gut angenommen. Ergänzend dazu erläuterte der Vorsitzende des Gartenbauvereins, Joachim Neidlein, dass gleich neben diesem Radweg eine Sitzgarnitur aufgestellt werden soll. Weiterhin planten die Gartenfreunde ein Insektenhotel und, nachdem die Streuobstwiese in der Nähe liegt, eine Tafel mit Erläuterungen, etwa mit Hinweisen auf die unterschiedlichen Obstsorten.


Keine Verfüllung der Keller

Wolfgang Eber fragte nach dem Sachstand der
einsturzgefährdeten Keller in Prügel, insbesondere, ob eine Verfüllung geplant sei. Hier erklärte Bürgermeister Hümmer, dass Gespräche und Besichtigungstermine zu dem Ergebnis geführt hätten, dass Schwerlaststützen und zur weiteren Stabilisierung auch Keramik eingebracht werde; eine Auffüllung der Keller sei zunächst nicht vorgesehen. Und auf Ebers Frage nach der Dauer der Tonnagen- und Geschwindigkeitsbeschränkung in diesem Bereich machte der Bürgermeister darauf aufmerksam, dass diese nach Abschluss der Maßnahme wieder aufgehoben würden.
Ganz weit holte Ewald Stark aus, der mit Blick auf die Keller meinte, dass diese schon seit mehr als 100 Jahren bestünden. Bezüglich das Straßenzustandes merkte er an, dass im Laufe der Jahre diese Ortsdurchfahrtsstraße schon mehrfach abgehobelt und abgetragen worden seien. Zugleich regte er an, bei der Einmündung einen Verkehrsspiegel anbringen zu lassen, oder irgendwann einmal die Mauer etwas zurückzusetzen, damit eine bessere Straßeneinsicht möglich sei. Das werde Thema bei einer der nächsten Verkehrsschauen sein, versprach Bürgermeister Hümmer.


Biogas-Anlage am falschen Ort

Zur Biogas-Anlage bemerkte Stark, hier erhielt er Beifall, dass diese an ihrem jetzigen Standort ganz einfach fehl am Platze sei. Bei einer früheren Versammlung wurde der Einwohnerschaft vermittelt, dass täglich nur einige Lkw diese Anlage anfahren würden, heute geschehe dies im Viertelstundentakt von 6 Uhr früh bis manchmal weit in die Mitternacht. Bei einer derartigen Entscheidung hätte er erwartet, sagte Stark, dass der Gemeinderat etwas weiter gedacht hätte. "Selbst heute noch nimmt die Wäsche auf der Leine bei Westwind den Geruchsentwicklung der Biogas-Anlage an." Nachdem auch die Grundstücksfrage in die Diskussion geworfen wurde, machte der Bürgermeister deutlich, dass Äcker und Wiesen jedenfalls nicht von der Gemeinde an den Biogas-Betreiber veräußert worden seien.
Zur derzeitigen Geschwindigkeitsbegrenzung der Ortsdurchfahrt verdeutliche Stark noch, dass diese in den wenigsten Fällen eingehalten wäre und man überlegen sollte, ob nicht hin und wieder auch Verkehrskontrollen vorgenommen werden könnten. Eine Geschwindigkeitsbegrenzung auf 30 Stundenkilometer vom Ortsanfang bis zum Ortsende von Prügel oder bei der Ortsdurchfahrtsstraße "rechts vor links" einzuführen, sei zum gegenwärtigen Zeitpunkt weder geplant noch erforderlich, erklärte die Bauverwaltung auf Anfrage von Manuela Siedersleben.
Liana Neidlein ging auf die Ortskapelle von Prügel ein, die sich auf Privatgrund befinde und deren Zustand von Jahr zu Jahr schlechter werde. Der Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr, Bernd Engelhardt, wies auf den Löschteich hin, der versandet sei und bei dem auch im Uferbereich einige Pflegemaßnahmen nötig seien.
Kein Verständnis zeigte er, und hier erhielt er Unterstützung von dem Vorstandsmitglied Michael Siedersleben, dass Feuerwehrleute, wenn sie ihren ehrenamtlichen Dienst bei Großveranstaltungen wie dem Baur-Triathlon oder Radtorpur verrichteten, sich dann noch Anfeindungen von unvernünftigen Verkehrsteilnehmern ankören müssten, wenn sie auf die Einhaltung der Straßenabsperrungen hinweisen. Unter derartigen Voraussetzungen müsse der Feuerwehrdienst grundsätzlich überdacht werden.