"Wir kommen daher aus dem Morgenland, wir kommen, geführt von Gottes Hand..." - dieses Lied erklang am Samstag und am Dreikönigstag wieder in vielen Häusern von Bad Staffelstein und den zur Pfarrei St. Kilian gehörenden Dörfern.
Zum 51. Mal zogen Mädchen und Jungen - in diesem Jahr 69 an der Zahl - mit ihren Begleitern von Haus zu Haus, um Spenden für das Kindermissionswerk Aachen zu sammeln. Der Erlös der Sternsingeraktion unter dem Motto "Bringt Segen und seid ein Segen" fließt diesmal hauptsächlich in Projekte in Tansania.
Bevor sich die 23 Gruppen auf den Weg durch die Straßen der Adam-Riese-Stadt machten, um den Segen in die Häuser zu bringen, erhielten sie erst selbst den Segen. Am Samstagvormittag fanden sie sich zu einer Andacht mit Weihe des Dreikönigswassers in der Pfarrkirche St. Kilian ein. Trotz des ungewöhnlichen Zeitpunkts waren auch viele Gläubige erschienen, um bei der Aussendung der Jungendlichen dabei zu sein.
"Seht ihr den Stern dort stehen?", fragte Pfarrer Georg Birkel die Sternsingern und deutete auf einem am Altar angebrachten Stern. Dies sei der Leitstern fürs Leben. "Unter diesem Stern könnt ihr vielen Menschen in Tansania die Erfahrung zuteil werden lassen: ich kann leben", so der Geistliche weiter.

Heilung braucht Hilfe anderer

Oft könnten wir nicht ohne die Hilfe anderer geheilt werden, gab Schwester Katharina Horn den Jugendlichen zu bedenken. Sie führte das Evangelium des Sonntags als Vergleich heran. Es berichte von der Heilung eines Gelähmten durch Christus. Diese Heilung sei nur deshalb möglich gewesen, weil vier Männer das Dach des Hauses, in dem sich Christus befand, durchgeschlagen hatten und den Gelähmten auf einer Trage direkt vor den Heiland herunterließen.
Auch die Sternsinger von Bad Staffelstein, sagte Schwester Katharina, würden zusammen mit Tausenden anderer Mädchen und Jungen in Deutschland durch die Spendenaktion kranken Kindern in Tansania helfen und ihnen Heilung bringen.
Dann trugen Pfarrer Birkel sowie der älteste und jüngste Sternsinger den Lobpreis an Gott vor. Es ist ein Jahrhunderte alter Brauch, am Dreikönigsfest das Weihwasser fürs kommende Jahr sowie Salz und Kreide für die Inschrift 20+C+M+B+13 zu weihen.
Pfarrer Georg Birkel bat die Sternträger, vor den Altar zu treten, um ihre Sterne in Empfang zu nehmen; diesen Jugendlichen folgten jene mit der Kreide und der Sammelbüchse. Als alle die geweihten Zeichen erhalten hatten, versammelten sie sich im Altarraum und stimmten das Sternsingerlied an.

Dreikönigswasser mitgenommen

Die Gläubigen nutzten nach dem feierlichen Auszug der Sternsinger die Gelegenheit, das Dreikönigswasser in mitgebrachte Gefäße zu schöpfen, um es mit nach Hause zu nehmen.
Schon zu Beginn der Sternsingeraktion werteten Schwester Katharina Horn und Stefan Sniehotta, die für die Vorbereitung verantwortlich waren, die Aktion als Erfolg. So konnte in diesem Jahr der negative Trend, dass sich nicht genügend Jugendliche an der Aktion beteiligen, gestoppt werden. Alle Gebiete in Bad Staffelstein und den Dörfern wurden besucht. Gründe hierfür sind wohl, dass jetzt die Sternsingeraktion an zwei Tagen ausgeführt wurde. Dies vermindert teilweise den Stress, alles an einem Tag zu schaffen und gibt Jugendlichen auch die Möglichkeit, nur an einem Tag teilzunehmen. Erfreulicherweise nahmen auch Kinder aus der evangelischen Kirchengemeinde daran teil. Dem Umstand, dass Kinder erst am zweiten Tag mitgingen, wurde mit einer zweiten Aussendung am Sonntag Rechnung getragen. Im Hauptgottesdienst fanden sich die Sternsinger wieder in der Kirche St. Kilian ein. Abweichend zur Samstagsandacht brachten die Mädchen und Jungen neben Brot, Wein und Wasser auch Weihrauch, Myrr he und Gold (Kollekte und Sammelbüchse) zum Altar. Weihrauch und Myrrhe wurden zur Zeit von Christi Geburt auch als Medizin verwendet. Mit diesen Zeichen schloss sich der Kreis, Heilung an Leib und Seele in die Welt zu bringen.