Es war ein Wunsch des mittlerweile verstorbenen Otto Hennemann an seine Familie, der nun in Erfüllung ging: Das Marterl aus dem 19. Jahrhundert, das einst an der Straße nach Kleukheim stand und zuletzt von Sträuchern zugewuchert war, wurde nach Hause an den Leuchtersbrunnen geholt.

Sorgsam restaurierten es die Familien Senger und Hennemann und investierten über die Monate geschätzte 300 Stunden "zu Gottes Ehre". Am Wochenende weihte der Zapfendorfer Pfarrer Kurian Chackupurackal das Schmuckstück mit der Marienstatue bei einer Maiandacht unter freiem Himmel.


Vorbild Maria


"Gemeinschaft stärken in Glauben und Hoffnung" lautet das Motto des Jubiläumsjahrs "500 Jahre Sankt-Laurentius-Kirche". "Maria, an die wir uns im Marienmonat Mai erinnern, ist Vorbild in all diesen drei Bereichen", sagte der Pfarrer. Glauben heiße, sich vertrauensvoll auf Gott einzulassen, auch wenn man nicht alles im Leben verstehe. Dann segnete er das Flurmarterl mit dem Sandsteinsockel und dem rund 1,30 Meter großen gusseisernen Kreuz.

Die Vögel sangen ein Konzert, die Sonne schien am fast wolkenlosen Himmel, die Obstbäume standen in voller Blüte - es war ein wahrhaft würdiger Rahmen.


Ein Familienprojekt


"Schade, dass mein Opa die Einweihung nicht mehr miterlebt hat", sagte Otto Hennemanns Enkelin Sonja Göbel. "Die Restaurierung des Flurmarterls ist ein Familienprojekt", sagte sie. So sei auch ihr Onkel Ludwig Hennemann von Anfang an stark involviert gewesen, ihr Onkel Richard Senger habe mit seinem Radlader beim Setzen des Marterls auf das neue Fundament geholfen. Auch Stefan Metzner, Mann der Mesnerin, unterstützte beim Setzen der Einfriedung des Marterls.

Das Eisenkreuz wurde sandgestrahlt, entrostet und neu gestrichen. Auch der Sandsteinquader brauchte eine Verjüngungskur. Familie Senger schaffte nicht nur eine neue Marienstatue an, sondern setzte diese nun in ihrer Sandsteinnische hinter Plexiglas, um sie vor Wind und Wetter sowie eventuellem Vandalismus zu schützen.
Zehn Monate dauerte es alles in allem, bis das historische Flurkreuz wieder in neuem Glanz erstrahlte. Zu guter Letzt wurden zwei Kugelahornbäume neben dem Zeugnis des Glaubens gepflanzt.


Ein gelungenes Gesamtwerk


Die rund 100 Gläubigen, die der Maiandacht beiwohnten, bewunderten das gelungene Gesamtwerk. Pfarrer Kurian Chackupurackal dankte dafür allen Mitwirkenden.

Wenn man von Prächting kommend dem fränkischen Jakobsweg folgt, sieht man bereits aus der Ferne am Ortsrand Oberleiterbachs das Flurkreuz stehen. Schon viele Pilger und Wanderer machten hier kurz Halt, bevor sie ihren Weg fortsetzten. Es dürften nicht die letzten gewesen sein. Eine Feierstunde schloss sich an.